Unternehmen / Finanz

HSBC Schweiz schreibt weiter rote Zahlen

Die britische Grossbank hat hierzulande erneut ein enttäuschendes Jahr hinter sich. Auch ist der Steuerstreit mit den USA immer noch nicht geklärt.

(AWP) Die britische Grossbank HSBC (5 630.4 0.59%) hat in der Schweiz im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut rote Zahlen geschrieben. Das Minus belief sich auf 77 Mio. nach 184 Mio. $ im Vorjahr, wie dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht zu entnehmen ist.

Rund 100 Mio. $ (VJ 192 Mio.) betrug das Minus in der Sparte Global Private Banking, während das Corporate Center ein Plus von 20 Mio. erzielte. Im Commercial Banking resultierte ein kleiner Gewinn von 5 Mio. $. Die aus der Scheiz heraus verwalteten Kundenvermögen lagen Ende 2018 bei gut 50 Mrd. $, wobei die Cashbestände mit 6,32 Mrd. im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgingen.

Die Genfer Tochter HSBC Private Bank (Suisse) sieht sich weiterhin diversen Rechtsfällen gegenüber. Schwierig wurde es für die Bank insbesondere nach dem Datendiebstahl von Hervé Falciani. Der französisch-italienische Doppelbürger war bei HSBC in Genf als Informatiker angestellt und hatte in den Jahren 2006 und 2007 Daten von rund 15’000 Kunden gestohlen. Die Behörden von Frankreich hatten 2014 aufgrund dieser Daten eine formelle Untersuchung gegen HSBC eingeleitet. Im November 2017 einigte sich die Bank auf eine Strafzahlung von 300 Mio. €.

Die Bank sieht sich aber auch über den Fall Falciani hinaus weiter mit verschiedenen Streitigkeiten konfrontiert. Im noch ungelösten Steuerstreit mit den USA etwa ist die Bank in der sogenannten Kategorie 1 eingeteilt. Nach den turbulenten Jahren hat sich die Gruppe auf bestimmte Länder und sehr vermögende Kunden (High-Net-Worth- und Ultra-High-Net-Worth Individuals) konzentriert.

Die HSBC-Gruppe hat im abgelaufenen Jahr ihren Konzerngewinn um mehr als ein Viertel auf rund 15 Mrd. $ gesteigert. Insgesamt lagen die Kundenvermögen Ende Jahr bei 1’363 Mrd. $.

Leser-Kommentare