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 Hurra, 10 000!

Der SMI zum ersten Mal über 10 000. Im Prinzip ist das einfach nur eine Zahl. Wenn da die Psychologie nicht wäre. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Ganz ausser Acht kann man solche Meilensteine nicht lassen.»

Der Swiss Market Index hat am Dienstagnachmittag zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von 10 000 übersprungen. Ist das nun ein Meilenstein oder einfach nur irgendeine Zahl? Ist das der Anfang vom Ende oder das Signal für den Aufbruch in neue Höhen? Im Prinzip ist die Antwort auf beide Fragen leicht. Es ist einfach nur so eine Zahl, und ob es weiter nach oben geht, hat nichts, aber auch gar nichts mit der Marke von 10 000 zu tun.

Doch eben; im Prinzip. Ganz ausser Acht kann man solche Meilensteine nicht lassen. Ja, sie spielen nur im Kopf der Anleger und in den Medien eine Rolle. Es lässt sich doch so schön eine Schlagzeile daraus machen. Analytisch oder technisch gesehen, sind solche Werte aber unbedeutend und zufällig. Doch eben, die Psychologie spielt mit im Markt.

Anleger lassen sich von ihren Emotionen leiten. Oft entgegen jeglicher Vernunft. Sie warten auf den perfekten Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Dass der SMI (SMI 9937.03 -0.73%) nun 10 000 erreicht hat, wird dem einen oder anderen Privatanleger sicherlich Zuversicht verleihen. Ein gewisser Feel-Good-Faktor könnte die Folge davon sein.

Im Endeffekt zählen aber unverändert die traditionellen Bewertungsmethoden. Der Handelsstreit und die rezessiven Tendenzen sind wichtiger als SMI 10 000. In Europa reduzieren die Analysten ihre Gewinnschätzungen. Weitere Revisionen nach unten würden nicht überraschen. Was sollen Anleger denn nun mit der Zahl 10 000 anfangen? Wie gesagt: Im Prinzip nichts. Doch wer ohnehin darüber nachgedacht hat, in Aktien zu investieren, dem mögen die 10 000 den letzten Kick
geben, dies zu tun. Warum nicht?

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