Märkte / Immobilien

Hypothekarzinsen geben wieder leicht nach

Die Finanzierungskosten für Wohneigentum in der Schweiz bleiben tief. Die Nachfrage nach zehnjährigen Festhypotheken hat dennoch abgenommen.

Die Finanzierung von Wohneigentum in der Schweiz bleibt sehr günstig. Nach einem leichten Anstieg im Vormonat haben die meisten Anbieter von Hypothekarkrediten ihre Zinsen im August wieder leicht gesenkt. Insbesondere am langen Ende nahmen sie zum Teil deutliche Anpassungen vor.

Im Schnitt verlangen die Institute auf Festhypotheken mit zehnjähriger Laufzeit noch 1,42%. Das sind zwar 5 Basispunkte (100 Bp = 1 Prozentpunkt) weniger als im Vormonat, aber immer noch mehr als auf dem Tiefstand im Sommer 2016, als für Langläufer durchschnittlich weniger als 1,3% verlangt wurde.

Den grössten Abschlag gegenüber Mitte Juli nahm Raiffeisen (–12 Bp) vor. Aber auch bei der Glarner Kantonalbank (GLKBN 28.8 0.7%) (Hypomat.ch) sowie bei den Versicherern Swiss Life (SLHN 369.5 -0.14%) und Zurich Insurance (ZURN 307.8 0.13%) müssen die Kunden für einen langfristigen Wohnkredit jeweils 9 Bp weniger bezahlen. Einzig die Migros Bank hat den Zins für zehnjährige Festhypotheken gegen den Trend um 8 Bp erhöht.

Bei den kurzen und mittleren Laufzeiten gab es indes erneut praktisch keine Anpassung. Swiss Life reduzierte den Zins sowohl auf den zwei- als auch auf den fünfjährigen Wohnkredit.

Auch bei der Personalvorsorge des Kantons Zürich ist die kurz- und mittelfristige Finanzierung etwas günstiger geworden. Damit hat sich die Differenz zwischen den kurzen und langen Laufzeiten etwas verkleinert. Im Schnitt lag sie bei 52,7 Bp. Das sind 15 Bp mehr als vor einem Jahr.

Trotz der zum Teil deutlichen Zinssenkung bei den Langläufern waren sieben- bis zehnjährige Festhypotheken gemäss dem Onlinevergleichsdienst Comparis.ch im zweiten Quartal weniger gesucht. Mit knapp vier Fünftel sind sie aber noch immer das beliebteste Segment. Demgegenüber wurden vermehrt mittlere Laufzeiten nachgefragt. Ihr Anteil bei den Neuabschlüssen stieg von 14,6 auf 17,6%.

Die Analysten der Credit Suisse (CSGN 13.06 -0.68%) erwarten aufgrund der Tiefzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 5800 -3.01%)), dass die Sätze auf kurz- und mittelfristige Festhypotheken in den kommenden Monaten stagnieren werden. Am langen Ende könnten die Zinsen im Schnitt dagegen um 30 bis 35 Bp steigen.

Leser-Kommentare

Hansruedi Graf 19.08.2017 - 21:00

Was ist das arbeiten für Geld und sparen noch wert?