Märkte / Immobilien

Hypozinsen fallen auf Rekordtief

Die langfristige Finanzierung von Wohneigentum in der Schweiz ist so günstig wie noch nie. Damit steigt die Nachfrage nach zehnjährigen Festhypotheken.

Die Finanzierungskosten für Wohneigentum in der Schweiz sind erneut leicht gesunken. Die durchschnittlichen Zinsen auf zehnjährige Festhypotheken  fielen im Mai unter 1,5% und damit auf ein Rekordtief. Das ist der fünfte Rückgang in Folge.

Im Vergleich zum Vormonat haben fast alle in der Tabelle aufgeführten Anbieter den Hypothekarsatz auf Langläufer gesenkt. Im Schnitt resultierte ein leichter Rückgang von 3 Basispunkten (100 Bp = 1 Prozentpunkt). Die grössten Abschläge nahmen Hypo Lenzburg (–6 Bp) und Homegate (–8 Bp) vor. Letztere bietet mit 1,13% neu die günstigsten Konditionen. Am teuersten ist die zehnjährige Hypothek der Raiffeisen (1,6%).

Bei den kurzen und den mittleren Laufzeiten fällt Axa Winterthur mit einer deutlichen Reduktion der Zinsen auf. So senkte die Versicherung den Hypothekarsatz für dreijährige Festhypotheken um 15 Bp. Die anderen aufgeführten Anbieter nahmen keine oder nur geringe Änderungen vor. Die günstigsten zwei- bis fünfjährigen Festhypotheken bietet erneut Swissquote (SQN 56.05 -2.86%).

Seit Jahresbeginn zeigt der Trend stetig nach unten. Im Januar lagen die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken noch bei knapp 1,8% und damit fast 30 Bp höher. Bei den kurzen und den mittleren Laufzeiten resultierte ein Minus von gut 5 Bp. Die deutliche Reduktion bei den Zinsen auf Langläufer wirkt sich auch auf die Laufzeiten der nachgefragten Hypotheken aus. Nach Angaben des Vergleichsdiensts Comparis.ch hat die Nachfrage nach zehnjährigen Festhypotheken im ersten Quartal 2016 zum zweiten Mal in Folge zugenommen. Gut 80% der neu abgeschlossenen Festhypotheken wiesen eine Laufzeit von mehr als sieben Jahren auf.

Credit Suisse (CSGN 11.315 -6.6%) (CS) prognostiziert, dass die Zinserwartungen am Hypothekarmarkt tief bleiben. Die Zinsen hingen von den Absicherungskosten ab, die Banken und Versicherern infolge der Negativzinsen entstünden. Wegen des unveränderten geldpolitischen Kurses der Schweizerischen Nationalbank dürften sich die Leitzinsen dieses Jahr kaum verändern. CS prognostiziert bei den kurzen und den mittleren Laufzeiten der Hypotheken eine Seitwärtsbewegung, die Langläufer könnten sich etwas verteuern.