Unternehmen / Schweiz

IG Metall lehnt Osram-Übernahme durch AMS weiter ab

Die Gewerkschaft bekräftigt aus Sorge um Arbeitsplätze ihren Widerstand gegen die Übernahme des Beleuchtungsherstellers.

(AWP) Die IG Metall will aus Sorge um die Arbeitsplätze eine Übernahme des Beleuchtungsherstellers Osram (OSR 37.74 -0.19%) durch den an der Schweizer Börse kotierten österreichischen Sensoren-Hersteller AMS (AMS 47.78 1.57%) weiter verhindern. Die Gewerkschaft bekräftigte am Freitag ihren Widerstand gegen die befürchtete Filetierung des Münchner Traditionsunternehmens durch den Sensorhersteller aus der Steiermark.

«Die IG Metall hat sich aus diesen Gründen auch schriftlich an den Lead-Investor Allianz (ALV 210.65 0.45%) von Osram gewandt und ihn aufgefordert, seiner Verantwortung für den Industriestandort Deutschland gerecht zu werden», erklärte eine IG Metall-Sprecherin am Freitag in Frankfurt. Die Allianz solle nicht ihre Aktien einem Konzern aus Österreich andienen, «der das Traditionsunternehmen Osram zerschlagen will».

Die Erklärung der Gewerkschaft kommt kurz vor einem wichtigen Termin: Bis zu kommenden Dienstag müssen Osram-Vorstand und Aufsichtsrat erklären, was sie vom zum AMS-Übernahmeangebot halten – so schreibt es die Rechtslage vor. Mit der aktuellen Stellungnahme der IG Metall ist klar, dass die Arbeitnehmervertreter im Osram-Aufsichtsrat nicht zustimmen werden. AMS bietet den Osram-Aktionären 38,50 Euro pro Aktie, finanziert werden soll das mit Krediten in Höhe von über vier Milliarden Euro.

AMS ist kleiner als Osram und bereits jetzt hoch verschuldet. Deswegen befürworteten Osram-Vorstand und Aufsichtsrat bisher die Übernahme durch die US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle, die Standortgarantien abgegeben haben, aber nur 35 Euro je Aktie bieten. Noch ist unklar, ob die US-Unternehmen ihr Gebot erhöhen wollen.

Leser-Kommentare

Peter W. Ulli 13.09.2019 - 14:29

Sollte es zu einem Verkauf von Osram zu Euro 35.00 an Bain und Carlyle kommen, hoffe ich die IG Metall wird dann ebenfalls ihrer Verantwortung gerecht werden und die Differenz von Euro 3.50 an die Aktionäre von Osram vergüten. Nur Forderungen stellen ist einfach ! Bin nicht Aktionär von Osram aber glaube an Eigentumsrechte.