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Im Erdgasstreit mit dem Rücken zur Wand

Europa muss mit gut der Hälfte an russischem Erdgas auskommen und zahlt einen fünfmal höheren Preis als in der Vergangenheit. Eine rasche Lösung der Energiekrise zeichnet sich nicht ab.

Der Konflikt um die Ukraine spitzt sich zu. Ein russischer Einmarsch ist nach wie vor möglich. US-Präsident Joe Biden warnte am Montag an einer Pressekonferenz an der Seite des deutschen Kanzlers Olaf Scholz, dass in einem solchen Fall die umstrittene Gaspipeline nach Deutschland, Nord Stream 2, sicher nicht in Betrieb ginge.

Russland wäre davon wirtschaftlich betroffen. Aber vor allem wären es die Staaten in Europa. Denn die EU bezieht knapp die Hälfte ihres Gases aus Russland. Nur ein Fünftel des russischen Erdgases, das für die EU bestimmt ist, fliesst durch die Ukraine. Umso wichtiger sind die übrigen Pipelines wie Nord Stream. Sie stehen im Zentrum des Machtkampfs zwischen dem Westen und dem Osten, der sich gegenwärtig in Europa abspielt.

Wer wie viel importiert

Blickt man auf die einzelnen Staaten, fällt auf, dass die Abhängigkeit von russischem Erdgas unterschiedlich gross ist. Italien ragt heraus: 19% des nationalen Energieverbrauchs wird durch Gas aus Russland gedeckt. Deutschland ist ebenfalls überdurchschnittlich exponiert, der Anteil beträgt 12%.

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Leser-Kommentare

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c.schmoele 09.02.2022 - 15:20

Wichtiger noch erscheint mir der russische Anteil zB an den deutschen Gasimporten: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/151871/umfrage/erdgasbezug-deutschlands-aus-verschiedenen-laendern/
Nota auch die Lage beim Erdöl.
Man könnte den Eindruck bekommen, daß Putin die europäische Gaspolitik erdacht habe, während in der EU und den nationalen Regierungen, ähm, Schwachköpfe am Werk waren. Aber: Was nicht sein darf, das nicht sein kann.