Seit Jahren werkelt die Schweizer Politik an Reformen der ­Altersvorsorge herum – ohne jeden Erfolg. Das ist umso bedenklicher, als der Handlungsdruck steigt. Der Allianz (ALV 186.76 1.42%) Global Pension Report 2020 bestätigt die Dringlichkeit. Die Schweiz schneidet im internationalen Vergleich schlecht ab: Gemäss dem Allianz Pension Index (bester Wert: 1) erreicht sie von siebzig analysierten Ländern nur Rang 23. Der Index basiert auf drei Säulen: finanzieller Spielraum und demografischer Wandel, Nachhaltigkeit des Systems sowie Angemessenheit der Leistungen. Total (FP 35.09 1.59%) werden dreissig Parameter erfasst. Die Schweiz gehört nur in der Rentenhöhe (Angemessenheit) zu den Top fünf. Im demografischen Wandel und in der Nachhaltigkeit des Systems steht sie schlecht da. Das spiegelt die Weigerung der Politik, Schritte zur Abfederung des demografischen Wandels zu wagen. Die Spitzenreiter Schweden, Belgien und  Dänemark haben ihre Systeme demografiefest gemacht, sie passen sich der Alterung an. Scheitern hierzulande auch die laufenden Reformen, wird sich die Position der Schweiz weiter verschlechtern. Gemäss den neuesten Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung setzt sich die Alterung fort. Die Zahl der über 65-Jährigen und ihr Anteil gemessen an den Erwerbspersonen zwischen und 20 und 64 Jahren werden bis 2050 gemäss Referenzszenario massiv zunehmen. Das wird die Probleme der Altersvorsorge noch verschärfen.