Märkte / Immobilien

Immobilienblasen-Index im dritten Quartal gesunken

Gemäss der UBS-Umfrage für das Immobilienblasenrisiko bleibt der Schweizer Immobilienmarkt klar in der Risikozone.

(AWP) Die UBS (UBSG 16.14 -0.77%) hat im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang des Immobilienblasenrisikos registriert. Der entsprechende Swiss Real Estate Bubble Index bleibt jedoch weiterhin klar in der Risikozone und könnte wieder steigen, wie die Ökonomen der Grossbank in einer Mitteilung vom Donnerstag festhalten.

Konkret sank der Index im Quartalsvergleich von 1,87 auf 1,35, womit der Rückgang deutlich stärker war als im August erwartet. Zwar liege der Index nun deutlich unter dem Blasen-Wert von 2, heisst es, es bestehe aber weiterhin ein erhebliches Blasenrisiko.

Alarmierender als vor der Coronakrise

Als Grund für den starken Rückgang nennen die Ökonomen den sprunghaften Wirtschaftsaufschwung im ersten Halbjahr. Dieser habe zu grösseren Schwankungen in den verwendeten Modellen geführte. Für das Schlussquartal rechnen die Forscher daher wieder mit einem Anstieg des Risiko-Index auf 1,57. Und damit läge die Gefahr weiterhin deutlich höher als vor der Krise, wo der Index um den Wert von 1 schwankte.

Regional gesehen bestehen die grössten Überhitzungsrisiken in den Kantonen Genf und Basel sowie im Grossraum Zürich. Im Gegensatz dazu übersteigt im Tessin sowie in Teilen der Kantone Waadt und Neuenburg das Angebot die Nachfrage, was einen Verkauf erschwere.

Eigenheime werden immer unerschwinglicher

Die Eigenheimpreise legten allein im dritten Quartal 6% zu, was der stärkste Anstieg seit 2013 sei. Viele Haushalte könnten diese Preise nicht mehr zahlen.

Gleichzeitig stieg der Wert der ausstehenden Hypotheken von Privathaushalten im Jahresvergleich um 3%. Sollte dieser Trend anhalten, so sei es ein Warnsignal für eine mögliche Blase, schreiben die Autoren weiter. Damit steige auch die Abhängigkeit von tiefen Hypothekarzinsen.

Die Angebotsmieten sanken im gleichen Zeitraum 2,7% gemessen am Vorjahr. Das Preis-Miet-Verhältnis ging folglich weiter auseinander. Im Schnitt müssen Käufer derzeit 34 Jahresmieten für eine Immobilie auf den Tisch legen, Tendenz steigend.

Wegen des tiefen Zinsniveaus würden Eigenheimkäufer für eine vergleichbare Wohnung aber immer noch 10 bis 15% weniger bezahlen als Mieter. Sollten die Zinsen für 10-jährige Festhypotheken aber lediglich um 0,4 Prozentpunkte auf 1,6% steigen, dann würde der Vorteil der Käufer verschwinden.

In den nächsten Quartalen erwartet UBS jedoch (noch) keinen starken Anstieg. Die Preise für Eigenheime könnten also weiter steigen.

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