Märkte / Aktien

Impfstoff-Hoffnungen beflügelten SMI

Die Schweizer Börse zeigte sich zur Wochenmitte freundlich und baute die Gewinne im Tagesverlauf weiter aus.

(AWP) Zur Wochenmitte folgte der Schweizer Aktienmarkt den freundlichen Vorgaben aus Übersee und damit dem Prinzip Hoffnung. Das US-Biotechunternehmen Moderna hatte mit erfreulichen Nachrichten zu Studien für einen möglichen Corona-Impfstoff die Hoffnungen beflügelt. Der Impfstoff-Kandidat habe robuste Ergebnisse in ersten Tests erzielt, teilte die Gesellschaft am Dienstagabend mit.

Händler waren sich einig, dass die Moderna-Nachrichten genau zum richtigen Zeitpunkt kamen. Zuletzt haben die  steigenden Infektionszahlen in den USA und anderswo die Börsen belastet. Am Markt steige nun die Hoffnung, dass eine Rückkehr zu einer gewissen Form von Normalität dank medizinischem Fortschritt in absehbarer Zeit möglich sei. «Anleger konzentrieren sich weiter auf die guten Nachrichten und ignorieren die schlechten», fasste ein Händler zusammen. Zu den schlechten zählen dabei etwa die wieder aufflammenden US-chinesischen Spannungen.

Der SMI (SMI 10163.6 -0.94%) schloss am Mittwochabend 1,95% auf 10’460,01 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg ebenfalls um 1,95% auf 1’580,94 und der breite SPI (SXGE 12633.19 -0.81%) um 1,89% auf 12’926,12 Zähler. Unter den 30 SLI-Titeln standen 29 Gewinnern dem einzigen Verlierer Swisscom (SCMN 505 -0.2%) gegenüber.

Vorsprung für Swatch

Die Aktien von Swatch Group (UHR 202.6 -0.54%) führten die Gewinnerliste an. Nach den Zahlen am gestrigen Dienstag folgten nun die Analystenkommentare, die uneinheitlich ausfielen. Während KeplerCheuvreux die EPS-Schätzungen und das Kurzsiel klar erhöhte, sorgten sich die SocGen-Experten um die Kostenbasis (lesen Sie hier die Analyse von Pascal Meisser). Dass die Wettbewerbskommission (Weko) die Swatch-Group-Tochter Eta nicht mit neuen Lieferverpflichtungen und Lieferbeschränkungen bei der Belieferung Dritter mit mechanischen Uhrwerken belegte, stützte den Kurs zusätzlich (mehr dazu hier).

Branchenkollege Richemont (CFR 59.9 -0.23%) gewann im Vorfeld der am morgigen Donnerstag anstehenden Quartalszahlen etwas stärker als der Markt dazu. Allerdings erwarten Analysten auch bei Richemont einen massiven Umsatzeinbruch.

Mit Lonza (LONN 555.4 -1.66%), Sonova (SOON 216.2 0.19%), Alcon (ALC 55.82 -1.93%) und Vifor Pharma (VIFN 130.95 -1.06%) wurden vor allem zahlreiche Vertreter aus dem Gesundheitssektor gesucht. Bei Lonza sorgten die Nachrichten von Moderna, mit der Lonza zusammenarbeitet, für den Kurssprung. Allerdings warnten einige Akteure am Markt, dass schon viel Positives im Kurs enthalten sei (mehr dazu hier).

Verstärkt gesucht waren auch die beiden Technologiewerte Logitech (LOGN 67 -1.85%) und Temenos (TEMN 136.35 -2.19%). Der Bankensoftware-Spezialist Temenos legt am Mittwochabend nach Handelsschluss Zahlen vor. Logitech folgen er in der kommenden Woche, profitiert aktuell aber von einem Analystenkommentar von KeplerCheuvreux.

Dass sich der Markt so gut hielt, verdankte er auch den drei Schwergewichten Nestlé (NESN 108.7 -0.35%), Novartis (NOVN 77.25 -0.69%) und Roche (ROG 310.7 -1.49%), die etwas stärker als der Gesamtmarkt zulegten.

Finanztitel hinken hinterher

Schwächer präsentierte sich derweil der Finanzsektor. Von Julius Bär (BAER 42.94 -0.76%) über die Credit Suisse (CSGN 10.43 -0.33%), die UBS (UBSG 11.215 -1.1%), Swiss Re (SREN 73.08 -0.65%) und Zurich bis hin zur Swiss Life (SLHN 353.7 -0.06%) blieben die Papiere sämtlicher Branchenvertreter hinter dem Gesamtmarkt zurück. In Europa zählten Banken ebenfalls zu den grössten Verlieren. Am Vortag hatten zum Teil positiv aufgenommene Zahlen einiger US-Konkurrenten noch gestützt.

Schwächer waren die Telekomtitel Swisscom und Sunrise (SRCG 109.3 -0.09%), was am Markt auch mit der Entwicklung bei Huawei erklärt wurde. Der chinesische Netzwerkausrüster wurde vom Ausbau des 5G-Netzes in Grossbritannien ausgeschlossen. Die US-Regierung warnte wegen Sicherheitsbedenken vor einer Kooperation mit Huawei. Die beiden Schweizer Firmen arbeiten mit Huawei zusammen.

Weitere Zahlen zum Halbjahr hatte am Morgen in den hinteren Reihen etwa Bossard (BOSN 165 0.36%) vorgelegt. Der Konzern hatte trotz Rückgang besser als erwartet abgeschnitten. Gemischt fielen die Zahlen von DKSH (DKSH 60.85 0.41%) aus, weswegen die Titel dem Markt etwas hinterherhinkten (mehr zu den Zahlen von Bossard und DKSH).

Mit einem kräftigen Kurssprung fielen Obseva ins Auge. Händler sprachen von einer Gegenreaktion. Straumann (STMN 922.8 1.9%) profitierten laut Händlern von einer Hochstufung durch die Bank of America (BAC 26.47 0.46%) und Aussagen des CEO.

 

Leser-Kommentare