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Impfstoff von J&J zeigt Wirksamkeit von 66%

Vom Covid-19-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson soll eine Dosis statt wie üblich zwei verabreicht werden müssen.

(Reuters) Der Covid-19-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson (JNJ 164.53 +0.44%) (J&J) hat einer weltweiten Studie zufolge eine Wirksamkeit von 66%. Eine höhere Wirksamkeit von 72% zeigte das Vakzin in einer Studie in den USA, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Untersuchung umfasste insgesamt rund 44’000 Teilnehmer auf drei Kontinenten. Schwerwiegende, unerwünschte Nebenwirkungen seien nicht festgestellt worden. Im Vergleich zu den Impfstoffen von BioNTech (BNTX 341.35 +0.69%)/Pfizer (PFE 43.92 -0.63%) und Moderna (MRNA 434.04 +2.53%) bietet er den Vorteil, dass eine einmalige Dosis ausreichen soll. Zudem muss das Präparat auch nicht tiefgefroren gelagert werden, was die Verteilung erleichtert. J&J kündigte an, in der kommenden Woche eine Notfallzulassung in den USA zu beantragen.

Die unterschiedlicheren Studienergebnisses hängen offenbar auch mit den ansteckenderen Virusvarianten zusammen. In Südafrika, wo eine solche festgestellt wurde, zeigte der Impfstoff nur eine Wirksamkeit von 57%. In Lateinamerika lag diese bei 66%. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte im vergangenen Jahr einen Mindestwert von 50% für eine mögliche Zulassung festgelegt.

Die Konkurrenten Biontech/Pfizer und Moderna haben mit ihren bereits zugelassenen Impfstoffen – die auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA) und damit einer völlig neuen Technologie basieren – eine hohe Messlatte gelegt. Sie zeigten in den entscheidenden Studien eine Wirksamkeit von 95 beziehungsweise gut 94%. J&J hatte sich bei seiner Studie als Hauptziel die Prävention von mittelschweren bis schweren Covid-19-Verläufen gesetzt – der Impfstoff war demnach über alle Regionen zu 85% wirksam, um schwere Krankheitsverläufe zu stoppen und Einweisungen ins Krankenhaus zu vermeiden. Das «wird möglicherweise Hunderte Millionen Menschen vor schwerwiegenden und tödlichen Folgen von Covid-19 schützen», sagte J&J-Forschungschef Paul Stoffels.

Der Impfstoff basiert anders als der der Konkurrenz nicht auf einer völlig neuen Technologie, sondern auf einem normalen Erkältungsvirus. In der Studie mit dem Impfstoff kamen 44 Prozent der Teilnehmer aus den USA, 41% aus Mittel- und Südamerika und 15% aus Südafrika. Etwas mehr als ein Drittel der Freiwilligen war über 60 Jahre alt. Die USA haben eine Vereinbarung getroffen, 100 Mio. Dosen des Impfstoffs für eine Milliarde Dollar zu kaufen mit der Option zum Erwerb von weiteren 200 Mio. Dosen. Die EU hat sich bis zu 400 Mio. Dosen gesichert.