Märkte / Makro

In der Krise hängt die Börse die Wirtschaft ab

Die Pandemie hat die Börsen erschüttert, die Diversifikation im Portfolio ausgehebelt und die EU renoviert. In der Erholung hinkt die Wirtschaft dem Aktienmarkt hinterher.

Die Börse nimmt den Konjunkturverlauf vorweg – trifft die Regel auch diesmal zu? Entweder werde die Wirtschaft den starken Aktienmarkt einholen, oder die Börse folge der schwächelnden Wirtschaft, sagt der New Yorker Börsenveteran Peter Tuchman im FuW-Interview von vergangener Woche. «Hat der Aktienmarkt recht, wird die Wirtschaft einen enormen Schub erleben, sobald wir endlich wieder reisen, in den Urlaub fahren und ins Kino gehen können.»

Während der Pandemiekrise eilt die Börse tatsächlich voraus. Nach dem Rekordhoch vom 19. Februar 2020 stürzt der US-Aktienindex S&P 500 über die Klippe, die Fallhöhe beträgt 34%. Die 500 Unternehmen im Index verlieren in bloss gut einem Monat einen Drittel ihres Börsenwerts. Um den Kursverfall zu bremsen, unterbricht die Börse in New York – erstmals seit der Finanzkrise 2008 – untertags den Aktienhandel. Der Swiss Market Index sinkt 28%. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?