Märkte / Makro

In Europa wird der Strom knapp

Energie ist teuer auf dem Kontinent. Die Preise für Gas, Strom, Kohle und CO2-Zertifikate sind massiv gestiegen dieses Jahr. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Mara Bernath und Sylviane Chassot

Die Klimaanlagen laufen nicht mehr, und die Heizungen werden frühestens im Oktober angestellt. Dennoch wird die Energieversorgung in Europa immer teurer: Gas, Strom, Kohle und Emissionszertifikate – alle haben sie im September Höchstwerte erreicht.

Deutschland ist der grösste Energiekonsument in Europa, weshalb der Terminkontrakt für eine deutsche Megawattstunde Strom im Jahr 2022 als Richtwert für den ganzen Kontinent gilt. Von 50 €/MWh Anfang Jahr hat er sich verdoppelt auf heute 100 €/MWh. Bleiben die Preise so hoch, hat das massive Auswirkungen auf die europäischen Konsumenten, wie die Brüsseler Denkfabrik Bruegel berechnet hat: 150 Mrd. € mehr würden sie pro Jahr für ihre Stromrechnung bezahlen. Das führt wiederum zu Inflationsdruck und zu einer prekären Situation für die Haushalte, die bereits vor dem Preisanstieg Mühe hatten, die Rechnungen zu bezahlen. Bereits 2019 gaben 30% der Bulgaren und 11% der Italiener an, ihr Zuhause aus finanziellen Gründen nicht richtig zu heizen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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