Märkte / Makro

In Japan übernimmt der Staat den Stimulus

Der Widerstand gegen die ultralockere Geldpolitik zwingt die Notenbank und die Regierung zum Umdenken bei der Stimulierung der Wirtschaft.

Martin Fritz, Tokio

Man kann leicht den Eindruck gewinnen, dass Japan in der Geld- und der Fiskalpolitik oft gegen den weltweiten Strom schwimmt. Mit der Abenomics-Politik zum Beispiel klinkte sich Japan ab 2013 aus dem Spar- und Konsolidierungstrend vieler Industriestaaten aus. Jetzt weicht es wieder vom Mainstream ab. Das Fed und die Europäische Zentralbank haben die Zinsen gesenkt und kaufen wieder Anleihen, doch die Bank of Japan (BoJ) hält nach ihrer extremen Bilanzausweitung der vergangenen Jahre die Füsse still.

Eigentlich hatte Japans Notenbank das jährliche Ziel, 80 Bio. Yen (733 Mrd. Fr.) an Staatsanleihen zu kaufen – bisher waren es nur 20 Bio. Yen (183 Mrd. Fr.). Und auch die Zielmarke von 6 Bio. Yen für Indexfonds auf Aktien wird wohl nicht erfüllt – es waren bisher nur 3,8 Bio. Yen Aktien. Einen Sonderweg geht Japan auch bei den Steuern: Anfang Oktober ist die Konsumsteuer von 8 auf 10% gestiegen, während andere Länder Steuern senken.

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