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In Spanien herrschte nicht immer eitel Sonnenschein

Zwischendurch kam der Ausbau der Solarenergie wegen drastischen Subventionskürzungen praktisch zum Erliegen.

Spanien gehört weltweit zu den zehn Ländern mit den grössten installierten Photovoltaik-Kapazitäten, und ist global führend bei thermischen Solarkraftwerken (Concentrated Solar Power, CSP). 2016, dem Jahr mit den letzten verfügbaren Zahlen, betrugen die installierten Solarkapazitäten insgesamt 6969 Megawatt (MW), wovon 4669 MW auf die Photovoltaik entfielen und 2300 MW auf CSP. Im selben Jahr wurden beinahe 8 Terawattstunden (TWh) Strom über Photovoltaik und 5 TWh durch CSP produziert. 2016 war Photovoltaik für 3% der gesamten Stromerzeugung im Land verantwortlich und CSP für weitere 1,9%.

Spanien gehört zu den europäischen Staaten mit der höchsten Sonneneinstrahlung. Das Land war deshalb lange führend in der Entwicklung der Solarenergie. Nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 begann die klamme Regierung jedoch die Subventionen für Solarstrom drastisch zu kürzen und führte eine Steuer auf den Eigenverbrauch ein. Der Zubau von Solarkapazitäten wurde auf wenige MW pro Jahr beschränkt.

Der Ausbau der Solarenergie kam dadurch praktisch zum Erliegen, und Spanien verlor seine führende Rolle an Staaten wie Deutschland, China und Japan. Das Land wurde zum Beispiel dafür, wie man die erneuerbaren Energien nicht fördern sollte.

Als Erbe aus der früheren Zeit blieb Spanien jedoch Weltmarktführer in CSP. Diese macht rund ein Drittel der installierten Solarkapazitäten im Land aus – weit mehr als in anderen Staaten der Welt in 2017. Viele CSP-Anlagen sind noch aktiv in Spanien und haben zur Entwicklung von thermischen Solarkraftwerken in Marokko beigetragen.

Leben in die Solarenergie in Spanien kam erst wieder im vergangenen Jahr – auch dank eines geänderten Fördersystems. Im Mai 2017 führte die Regierung eine Auktion für neue erneuerbare Kapazitäten durch, die bis 2020 ans Stromnetz angeschlossen werden sollten. Solarprojekte erhielten dabei nur 1000 MW der insgesamt vergebenen 3000 MW. Vertreter der Solarindustrie beschwerten sich daraufhin, die Bedingungen der Auktion hätten die Windkraft bevorteilt. Die Regierung führte deshalb im Juli eine zweite Auktion durch. Dabei gewannen Solarprojekte 3909 MW, Windvorhaben 1128 MW.

Mit den Auktionen will Spanien die Ausbauziele der EU erreichen. Bis 2020 sollen dementsprechend 20% und bis 2030  30% des Gesamtenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammen.

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