Märkte / Makro

Indien wählt einen wirtschaftlichen Neuanfang

Das Parteienbündnis des wirtschaftsfreundlichen Oppositionsführers steht vor grossen Reformherausforderungen. Eine Zahlungsbilanzkrise droht weiterhin.

Indien hat ein neues Parlament gewählt und sich dabei klar für einen wirtschaftspolitischen Neuanfang ausgesprochen. Dabei haben die neuen Höchststände der Börse Bombay das Resultat vorweggenommen. Der Sensex-Index legte am Freitag zeitweise mehr als 6% zu. Doch die Euphorie über den Sieg des als wirtschaftsfreundlich geltenden Narendra Modi vom oppositionellen Parteienbündnis National Democratic Alliance (NDA) dürfte nur vorläufig sein. In den kommenden Wochen wird wohl nicht nur am Aktienmarkt Ernüchterung herrschen.

Modi hat als Chefminister des Teilstaates Gujarat zwar gezeigt, dass er durch den Abbau bürokratischer Hürden ein investitionsfreundliches Klima schaffen kann. Gujarats Wirtschaft wuchs in den vergangenen drei Jahren unverändert rund 9%. Dagegen ist landesweit die Wachstumsrate im Vorjahr um beinahe die Hälfte auf unter 5% eingebrochen. Das mag zwar aus Sicht reifer Industriestaaten beachtlich erscheinen, doch liegt das weit unter dem Potenzial eines Landes, in dem 800 Mio. Einwohner mit weniger als 2 $ pro Tag auskommen müssen.

Der ganze Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Abonnieren Bereits abonniert?