Märkte / Makro

Deutsche Industrie verzeichnet starkes Auftragsplus

Die Industrie in Deutschland hat im September mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet.

(Reuters) Die deutsche Industrie kann nach einem unerwartet starken Auftragszuwachs auf ein Ende ihrer Talfahrt hoffen. Das Neugeschäft wuchs im September wegen der verbesserten Nachfrage aus dem Inland und aus Übersee um 1,3% zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Mini-Plus von 0,1% gerechnet. Zudem fiel der Rückgang im August mit 0,4% etwas schwächer aus als zunächst mit 0,6% gemeldet. «Aus dem Verlauf der Ordereingänge ergibt sich eine eher günstige Ausgangsposition für das Jahresschlussquartal», betonte das Ministerium. «Auch haben sich die zurückhaltenden Geschäftserwartungen zuletzt etwas aufgehellt. Beides könnte auf eine Bodenbildung bei den Bestellungen hindeuten.»

Schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Brexit-Chaos haben die exportabhängige Industrie zuletzt in die Rezession gedrückt. Experten sehen aber trotz der überraschend guten Entwicklung noch keine echte Trendwende. «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer», sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar.

Im gesamten dritten Quartal schrumpften die Bestellungen trotz des positiven Septembers um 1%. «Der Abschwung setzt sich zunächst nicht weiter fort, neue Wachstumsimpulse bleiben aber Mangelware», sagte deshalb LBBW-Volkswirt Jens-Oliver Niklasch.

Nachfrage aus Eurozone schwächelt

Wichtige Konjunkturindikatoren haben sich zuletzt aber stabilisiert. So verharrte das Ifo-Geschäftsklima im Oktober auf dem Vormonatsniveau. Viele Beobachter halten deshalb für möglich, dass Europas grösste Volkswirtschaft im laufenden Quartal wieder auf Wachstumskurs schwenken kann.

Im dritten Quartal ist sie wegen der Industrie-Schwäche vermutlich das zweite Vierteljahr in Folge geschrumpft, womit Deutschland in einer Rezession stecken würde. Die Daten für das zurückliegende Quartal werden am 14. November vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

Während die Bestellungen aus dem Inland im September um 1,6% zulegten, erhöhten sich die Aufträge aus dem Ausland um 1,1%. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone allerdings um 1,8% ab, während die Bestellungen aus dem restlichen Ausland um 3,0% stiegen.

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