Unternehmen / Ausland

Infineon kürzt nach Gewinneinbruch die Dividende

Der deutsche Halbleiterhersteller hat trotz eines von der Coronakrise geprägten Umfelds von einer Erholung im Autogeschäft profitiert.

(Reuters) Der Chipkonzern Infineon (IFX 29.44 -0.27%) will nach einem Gewinneinbruch in der Corona-Krise weniger Geld an seine Aktionäre ausschütten. Wegen der milliardenschweren Übernahme des US-Chipherstellers Cypress und der Erholung der Automobilmärkte stieg zwar der Umsatz in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 um 7% auf 8,57 Mrd. €, wie Infineon am Montag in Neubiberg bei München mitteilte. Der Betriebsgewinn (Segmentergebnis) schrumpfte aber erwartungsgemäss um 11% auf 1,17 Mrd. €. Der Überschuss brach sogar um 58% auf 368 Mio. € ein. Infineon kürzt die Dividende daher auf 22 Cent je Aktie. Vor einem Jahr waren es noch 27 Cent. Vom Datenanbieter Refinitiv befragte Branchenexperten hatten mit einer Dividende von 26 Cent je Aktie gerechnet. Der Konzern begründete die Reduzierung mit den Auswirkungen der Corona-Krise und fortbestehenden Risiken.

«Einige unserer Zielmärkte, insbesondere der Automarkt, haben sich seit Sommer besser als erwartet erholt. Hinzu kommt der beschleunigte strukturelle Wandel hin zur Elektromobilität, insbesondere in Europa», sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Für das neue Geschäftsjahr 2020/21 erwartet der Manager einen Umsatzanstieg auf rund 10,5 Mrd. €. Einen Grossteil soll das Autogeschäft beisteuern, in dem Infineon von der zunehmenden Nachfrage nach Chips und Steuerelementen für Elektrofahrzeugen und Fahrassistenzsysteme profitiert. Die Umsatzrendite soll bezogen auf das Segmentergebnis auf 16,5% steigen. Im vergangenen Jahr sank die so genannte Segmentergebnis-Marge auf 13,7%von 16,4% im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Ploss hatte für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr einen Umsatz von 8,5 Mrd. € und eine operative Umsatzrendite von rund 13% in Aussicht gestellt. Dem Unternehmen zufolge hatten Analysten mit einem Jahresumsatz von 8,57 Mrd. € und einer Marge von 13,5% gerechnet.

Aus der Halbleiterbranche waren zuletzt unterschiedliche Signale gekommen. Der weltgrösste Chiphersteller Intel (INTC 49.49 +2.35%) enttäuschte mit seinen Quartalserlösen die Märkte. Vor allem das rückläufige Geschäft mit Rechenzentren setzte dem US-Konzern zu. Der Konkurrent Texas Instruments übertraf hingegen im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartungen. Dank der Erholung der Autobranche und dem Trend zum Homeoffice steigerte der Konzern seine Erlöse.

Leser-Kommentare