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Infineon will US-Firma Cypress schlucken

Der deutsche Halbleiter-Hersteller kauft für 9 Mrd. € den US-Rivalen Cypress Semiconductor und stärkt damit die Ausrichtung auf wachstumsträchtige Geschäftsfelder.

(Reuters) Der Chiphersteller Infineon (IFX 14.458 0.47%) will für 9 Mrd. € den US-Rivalen Cypress Semiconductor kaufen. Der Dax-Konzern bietet für das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien 23,85 $ je Aktie in bar, wie Infineon am Montag mitteilte. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden. Durch den Erwerb von Cypress stärke Infineon die Ausrichtung auf wachstumsträchtige Geschäftsfelder. Die Amerikaner produzieren unter anderem Halbleiter, die für künftige Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0 verwendet werden. An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Die Infineon-Aktien lagen im Frankfurter Frühhandel knapp 4% im Minus.

Aufgrund zu erwartender Grösseneffekte erwartet Infineon bis 2022 jährliche Kostensynergien in Höhe von 180 Mio. €. Durch die Übernahme verbessere sich die Finanzkraft des Konzerns und sie werde sich bereits ab dem ersten vollen Geschäftsjahr nach Vollzug der Transaktion positiv auf die Ergebnisse auswirken. Um den Kaufpreis stemmen zu können, plane Infineon auch eine Kapitalerhöhung. Die Kontrollgremien der beiden Firmen habe den Übernahmeplänen bereits zugestimmt. Ein Abschluss der Transaktion sei spätestens Anfang 2020 zu erwarten.

Cypress ist deutlich kleiner als Infineon. Der US-Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 6500 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet rund gut 2 Mrd. €. Infineon zählt weltweit mehr als 40’000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 Erlöse von 7,6 Mrd. €. In der Halbleiterbranche gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Übernahmen und Zusammenschlüsse.

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