Märkte / Makro

Inflation – gewünscht statt gefürchtet

Die Aussicht auf den wirtschaftspolitischen Kurswechsel in den USA weckt die Erinnerung an ein fast vergessenes Phänomen.

Trumponomics sind per se inflationär. Die wirtschaftspolitischen Eckpfeiler des künftigen Präsidenten deuten auf mehr Wirtschaftswachstum, zusätzliche Staatsschulden und Importbeschränkungen hin. Alle drei legen höhere Inlandspreise nahe. Die Zinsmärkte bereiten sich darauf vor.

Aber wie realistisch ist diese Erwartung? Seit Jahren steigen die Konsumentenpreise kaum noch. Notenbanken, die früher ihre Hauptaufgabe darin sahen, zu verhindern, dass sich Geld zu schnell entwertet, unternehmen seit Jahren alles, damit keine Deflation eintritt, die Preise also nicht zu schnell sinken.

Inflationäre Phasen sind Geschichte. Der Internationale Währungsfonds datiert offiziell die letzte auf Anfang der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. Wer also unter fünfzig Jahre alt ist, dürfte sich persönlich kaum noch an die Umstände jener Zeit erinnern. Zwischen 1970 und 1983 lag die Steigerungsrate der US-Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr nur in drei Monaten unter 3%. Die meiste Zeit notierte die Inflation um 7%. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?