Märkte / Makro

Inflation in der Schweiz: Zurück in die Neunzigerjahre

Im Juni sind die Konsumentenpreise 3,4% höher ausgefallen. Das ist rekordverdächtig.

Der Teuerungsanstieg in der Schweiz lässt nicht nach. Der Landesindex der Konsumentenpreise (Lik) ist im Juni 0,5% gegenüber Mai gestiegen. Damit beläuft sich die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat auf 3,4%. Im Mai hatte sie noch bei 2,9% gelegen. Der Anstieg war stärker als erwartet. Der Konsens hatte zwar mit einem Wert knapp über der Drei-Prozent-Marke gerechnet, aber die Juni-Teuerung hat doch nach oben überrascht.

Der Ausweis unterstreicht, dass die Nationalbank mit Recht besorgt ist. An ihrer Lagebeurteilung Mitte Juni hatte sie den Leitzins markant erhöht und erklärt, dass sie bereit sei, die Frankenaufwertung zu tolerieren, weil auf diese Weise die importierte Inflation gedämpft werde. Ob das wirklich so funktioniert, muss sich noch zeigen. Zumindest die Inflationsprognose der Währungshüter dürfte bereits Makulatur sein. «Die SNB-Prognose von 3,2% im dritten Quartal ist in Gefahr, denn wegen der hohen Teuerungsrate im Juni beginnt das neue Quartal bereits viel höher», schreiben die Ökonomen der Bank Citi in einem Kommentar.

SNB-Leitzins bald wieder über null

Es sei nun so gut wie sicher, dass die Nationalbank im September den Leitzins weitere 0,5 Prozentpunkte anheben werde, kommentieren die Bankökonomen. Nach dem Zinsschritt im Juni liegt er aktuell auf –0,25%. Trifft die Vorhersage zu, wird der SNB-Leitzins in drei Monaten +0,25% erreichen. Das Kapitel Negativzinsen wäre damit in der Schweiz abgeschlossen.

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