Märkte / Makro

Inflation ist die Sorge, Deflation die Realität

Die rekordhohen Anleihenkäufe und riesigen staatlichen Hilfspakete schüren Inflationsängste. Aber noch wiegen die deflationären Kräfte schwer.

Beendet die Coronakrise die Ära der Desinflation, in der die Konsumentenpreise kaum steigen? Immer mehr Ökonomen und Marktexperten befürchten genau das. Wall-Street-Guru Jim Bianco warnt, dass die US-Inflation schon Mitte nächsten Jahres 2,5% betragen werde. Auch der Saxo-Bank-Chefökonom Steen Jakobsen rät, das Portfolio gegen ­Inflationsrisiken abzusichern. 

Die Argumente liegen auf der Hand: Durch die präzedenzlosen Wertpapierkäufe der Zentralbanken als Reaktion auf die Krise ist die Geldmenge in die Höhe geschossen. In den USA ist die breiter gefasste Geldmenge M2, bestehend aus Bargeld, Sicht- und Termineinlagen, seit März um ein Fünftel auf fast 19 Bio. $ gestiegen, und die Jahreswachstumsrate hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Wenn die Produktion der Wirtschaft mit dem Wachstum der Geldmenge nicht mithalten kann, dann müssten gemäss der Quantitätstheorie die Preise steigen. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?