Märkte

«Inflationsgefahr wird unterschätzt»

Elga Bartsch, Leiterin Research des BlackRock Investment Institute, warnt vor den langfristigen Auswirkungen der Politik auf die Preisentwicklung.

Die wichtigen Notenbanken dieser Welt haben innerhalb weniger Wochen grössere geldpolitische Massnahmen umgesetzt als in mehreren Jahren nach der Finanzkrise 2008/09. Doch noch ist die Coronakrise nicht ­ausgestanden. Viele der eingeleiteten Schritte konnten die volle Wirkung noch nicht ­entfalten. Elga Bartsch begrüsst das entschlossene Vorgehen von Geld- und Fiskalpolitik, richtet den Blick allerdings lieber auf langfristige Entwicklungen im Wirtschaftsumfeld.

Frau Bartsch, können Sie die aktuelle Krise für uns einordnen?
Diese Rezession kam anders als die Finanzkrise durch einen exogenen Schock zustande. Selbst wenn schon seit einiger Zeit über den fortgeschrittenen Reifegrad der wirtschaftlichen Erholung gesprochen wurde, kam der Fall der Aktivität in diesem Jahr sehr abrupt. Ganze Volkswirtschaften wurden in ein künstliches Koma versetzt, sodass das Ausmass der Korrektur nicht überrascht. Die Konjunkturdaten, die jetzt veröffentlicht werden, haben jedoch nur sehr begrenzte Aussagekraft. Dies gilt es bei der Analyse der derzeitigen Lage und des konjunkturellen Ausblicks zu berücksichtigen.

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