Märkte / Makro

Inflationsinsel Schweiz

Kaum ein anderes Land wird vom weltweiten Inflationsschub so sehr verschont. Was steckt dahinter?

Kommenden Dienstag veröffentlicht das Bundesamt für Statistik den Landesindex der Konsumentenpreise (Lik) für den Monat Oktober. Es steht so gut wie fest, dass die Teuerung auch in der Schweiz weiter zugenommen hat. Weltweit steigen die Preise, und die Schweiz kann sich dem Inflationsschub nicht entziehen.

Oder doch? Im August und September hatte die Inflationsrate 0,9% erreicht. Der Marktkonsens erwartet nun 1,1%. Im Vergleich zum Ausland ist das nichts. Allein in den Nachbarländern beträgt die Konsumteuerung gut 3 bis 4,5%. Was macht die Schweiz so inflationsresistent?

Bisher geringe Gegenreaktion

Sind hierzulande nicht die gleichen preistreibenden Faktoren am Werk wie im Rest der Welt? Die ETH-Konjunkturforschungsstelle Kof hat diesen Aspekt genauer untersucht. Dazu unterteilte sie den Warenkorb, der dem Konsumentenpreisindex zugrunde liegt, in drei Komponenten: erstens Energie und Nahrungsmittel, da sie gegenwärtig unter Lieferengpässen leiden. Zweitens Waren und Dienste, die direkt von den Lockdowns sowie dem Nachholbedarf nach deren Ende betroffen waren (Hotelübernachtungen, Mietwagen, Flugtickets, Computer etc.). Und drittens eine sogenannte Covid-Kerninflation. Sie umfasst die restlichen Positionen, die von den aktuellen Sondereffekten nicht betroffen sind.

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