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Innenansichten von EM-Lokalwährungsanleihen

Anleger können nicht ihr gesamtes Währungs-Exposure neutralisieren, ohne dass ihr Investment dadurch unrentabel würde, doch sie können selbst über die Währungsrisiken bestimmen.

Die wichtigsten Punkte

Worum es geht
Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern (Emerging Markets, kurz EM) sind eine komplexe Anlageklasse, deren Verhalten je nach Zeithorizont sehr unterschiedlich sein kann. Für Anleger ist es deshalb nicht immer leicht, die Chancen richtig zu beurteilen. In diesem Beitrag erörtern wir einige Aspekte, die für Anleger, die die Anlageklasse in Betracht ziehen, von Interesse sein könnten.

Der Anlagehorizont ist wichtig
Kurze Halteperioden bedeuten eine hohe Volatilität; diese nimmt jedoch im Lauf der Zeit merklich ab. Die beabsichtigte Haltedauer sollte insofern eine der ersten Fragen sein, die es zu klären gilt, wenn über eine Anlage in EM-Lokalwährungsanleihen nachgedacht wird.

Analyse der Komponenten von Risiko und Rendite
Es ist aufschlussreich, die Komponenten von Risiko und Rendite von EM-Lokalwährungsanleihen – Kupon, Währung und Kursentwicklung – getrennt zu betrachten. Die relative Bedeutung dieser Faktoren für die Gesamtrendite ändert sich dramatisch je nach Zeithorizont.

Zwei Anlageklassen in einer
Bei der Frage, wie das Risikobudget am besten aufgeteilt werden soll, halten wir es für sinnvoll, die Auswahl von Anleihen und Währungen als zwei getrennte Entscheidungen zu betrachten, möglicherweise mit unterschiedlichen Zielsetzungen.

Lernen, mit dem Währungsrisiko zu leben
Anleger können die drei Komponenten der Rendite bei Anlageentscheidungen zwar nicht sauber trennen, sie haben aber die Möglichkeit, ihr Exposure aktiv so zu gestalten, dass ein oder mehrere Treiber ein grösseres oder geringeres Gewicht hat beziehungsweise haben.

Einführung

EM-Lokalwährungsanleihen sind eine komplexe Anlageklasse, deren Verhalten je nach Zeithorizont sehr unterschiedlich sein kann. Für Anleger kann es deshalb schwierig sein, die Chancen richtig zu analysieren. Wir wollen im Folgenden versuchen, etwas mehr Klarheit darüber zu schaffen, welche Chancen EM-Lokalwährungsanleihen bieten und welche Faktoren in dieser potenziell lohnenden Anlageklasse Einfluss auf Risiko und Rendite haben.

Im Kern handelt es sich bei Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern um Staatsanleihen, deren Wertentwicklung von zwei Faktoren bestimmt wird, dem Währungs- und dem Länderrisiko. Man sollte sich die Anlageklasse als höher rentierliche, risikoreichere Ergänzung zu einer Allokation in globalen Staatsanleihen vorstellen, nicht so sehr als reine Komponente einer EM-Allokation. Ausgangspunkt jeder Analyse ist die Einsicht, dass die Gesamtrendite, die mit EM-Lokalwährungsanleihen erzielt werden kann, von drei unterschiedlichen Faktoren abhängig ist: Kupon, Kursentwicklung und Währung. Wir wollen zunächst die Auswirkungen des Zeithorizonts auf die Wertentwicklung von EM-Lokalwährungsanleihen untersuchen und fragen, welche Rolle die verschiedenen Renditetreiber spielen. Anschliessend erörtern wir Einflüsse und Mechanismen, denen die Renditetreiber unterliegen, und versuchen daraus nützliche Schlüsse für Investoren und Vermögensverwalter zu ziehen.

Die Bedeutung des Anlagehorizonts

Anleger können leicht den Eindruck gewinnen, sie hätten es bei EM-Lokalwährungsanleihen mit einer volatilen Anlageklasse zu tun. Das ist insofern verständlich, als diese Papiere fast nur dann Schlagzeilen machen, wenn über Marktturbulenzen – oft in Form fallender Währungen – berichtet wird. Solche ausgesprochen negativen Ereignisse verstellen den Blick auf die Stabilität und Beständigkeit, die EM-Lokalwährungsanleihen an sich zu einer attraktiven Anlageklasse machen. Abgesehen von solchen kurzfristigen Störungen, ist es wie bei den meisten anderen Anlageklassen so, dass die Höhe der realisierten Volatilität der Rendite in starkem Masse von der Haltedauer abhängig ist.

Abbildung 1 stellt die historische Wertenwicklung von EM-Lokalwährungsanleihen unter zwei Aspekten dar: der Performance- Streuung auf der einen Seite und der Volatilität der Performance auf der anderen. Der Box-Plot veranschaulicht die Renditen für 1-jährige und 10-jährige Halteperioden seit 2002 (auf Basis rollierender Monatswerte). Die Streuung der Renditen ist bei 10-jähriger Haltedauer deutlich geringer – ein Muster, das in unterschiedlicher Intensität und aus unterschiedlichen Gründen in den meisten Anlageklassen zu beobachten ist. Im nächsten Abschnitt werden wir auf die Faktoren eingehen, die für die stärkere kurzfristige und geringere langfristige Streuung verantwortlich sind.

Man sollte erwarten, dass sich die höhere Stabilität der Renditen bei Halteperioden von 120 Monaten im Vergleich zu Halteperioden von 12 Monaten ähnlich auch in den Volatilitätsdaten widerspiegelt. Das Balkendiagramm veranschaulicht die Volatilität für die rollierenden 1- und 10-Jahresperioden und zusätzlich für rollierende 3-Jahresperioden. Auf annualisierter Basis war die Volatilität für die 3- und 10-Jahresperioden deutlich geringer als für die 1-Jahresperioden.

Die Haltedauer, die bei der Beurteilung der Volatilität eines Investments zugrunde gelegt wird, ist eine wichtige Festlegung (die allerdings oft unsachgemäss vorgenommen wird). Viele Anleger stützen sich bei dem Versuch, die Volatilität einer Anlageklasse abzuschätzen, von vornherein nur auf Monatsdaten. Eine solche Einschränkung ergibt jedoch nur Sinn, wenn beabsichtigt wird, immer monatsweise in die Anlageklasse einzusteigen und sie wieder zu verlassen. Die meisten Anleger bleiben indessen wesentlich länger investiert, typischerweise mehrere Jahre. Demnach sollte die Spanne möglicher Anlageergebnisse am besten anhand der Volatilität für längere Halteperioden gemessen werden, damit die bei der Berechnung zugrunde gelegte Periode tendenziell der Anlagedauer entspricht. Wir hoffen, diese Einführung zum Thema EM-Lokalwährungsanleihen hat Sie neugierig gemacht.

Der fortlaufende Teil dieses Artikels mit Themen zur Analyse der Performance, Risiko und Rendite sowie einem Fazit finden Sie auf unserer Website.

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