Die schweizerische Volkswirtschaft ist eine der innovativsten überhaupt – Grund zur Genugtuung, Ansporn zu weiteren Spitzenleistungen, hoffentlich nicht Verführung zu Selbstzufriedenheit. Die Schweiz liegt in vielen einschlägigen Vergleichen regelmässig ganz vorne, so etwa seit zehn Jahren im Global Innovation Ranking, das herausgegeben wird von der französischen Business School Insead, der Cornell University in den USA und der Weltorganisation für geistiges Eigentum der Uno (Wipo). In der Rangliste 2020 rangiert sie vor Schweden und den USA auf Platz eins. Im vordersten Dutzend finden sich nur wohlhabende Länder; neben westeuropäischen Staaten und den USA noch die drei asiatischen Konkurrenten Singapur, Südkorea und Hongkong. Dessen Entwicklung wird in den kommenden Jahren genau zu beobachten sein; das bevormundende «Mutterland» China ist bereits auf Rang vierzehn und hat Japan schon überholt. Indien wird China zwar bevölkerungsmässig bald übertreffen, doch nicht in ­Sachen Innovationskraft. Brasilien, die grösste Ökonomie Latein­amerikas, ist noch schwächer und liegt sogar hinter derjenigen Südafrikas, des einzigen Landes südlich der ­Sahara mit Industrietradition. Der Index wird erstellt anhand von Messungen der Qualität von Institutionen, Humankapital, Forschung, Infrastruktur, Märkten, Geschäftsumfeld sowie dem Output an Wissen, Technologie und Kreativität.