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Intel besser als erwartet

Der weltgrösste Chipkonzern hat im ersten Quartal trotz tieferem Gewinn und stagnierendem Umsatz die eigenen Erwartungen übertroffen.

(Reuters) Der weltgrösste Chipkonzern Intel (INTC 52.04 +0.00%) ist dank der starken Nachfrage von Rechenzentren und Computerherstellern in der Coronakrise besser in das Jahr gestartet als erwartet. Im ersten Quartal stagnierte der Umsatz bei 18,6 Mrd. $, wie das US-Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Das sind 1,1 Mrd. $ mehr als noch im Januar in Aussicht gestellt wurden. Der Gewinn fiel 6% auf 5,7 Mrd. $. Der neue Firmenchef Pat Gelsinger, der von VMware zurückkehrte, sagte: «Das ist ein entscheidendes Jahr für Intel.» Jetzt werde die Basis gelegt, um Profit aus dem «explosiven Wachstum» in der Halbleiterbranche zu ziehen.

Im März hatte der US-Konzern angekündigt, bis zu 20 Mrd. $ für die Errichtung von zwei Fabriken in Arizona auszugeben und in grossem Umfang in das Geschäft zur Auftragsfertigung einzusteigen, indem Werke für externe Kunden geöffnet werden. Dabei soll auch Europa eine Rolle spielen. Gelsinger wird für Gespräche nächste Woche in Europa erwartet. Mit dem Strategiewechsel will der Nachfolger von Bob Swan auch den Problemen begegnen: Intel kämpfte jüngst mit Produktions- sowie Technologieschwierigkeiten.

Chipengpässe setzen rund um den Globus immer mehr Industriezweigen zu. Gelsinger erwägt nach Aussagen in der vergangenen Woche, Halbleiter für die besonders betroffene Autobranche zu produzieren. Das könne innerhalb von sechs bis neun Monaten geschehen. Intel gehört weltweit zu den wenigen Chipfirmen, die Halbleiter entwickeln wie auch produzieren. Aktuell werden mehr als zwei Drittel aller modernen Chips in Asien gefertigt.

Für das zweite Quartal stellt Intel einen Umsatz von rund 17,8 Mrd. $ in Aussicht. Im Gesamtjahr sollen es schätzungsweise 72,5 Mrd. $ sein.