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Intel senkt Ausblick

Der US-Chiphersteller erwartet für das Gesamtjahr tiefere Gewinnzahlen. Anleger zeigen sich enttäuscht.

(Reuters) Dem weltgrössten Chiphersteller Intel (INTC 44.57 0.09%) macht eine unerwartet schwache Nachfrage aus China zu schaffen. Intel-Chef Bob Swan senkte daher am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Umsatzerwartung für das Gesamtjahr und schickte die Aktie auf Talfahrt. Die Titel gaben im New Yorker Handel rund 10% nach.

Swan begründete die Prognosesenkung indirekt mit einem Nachfrageboom aus China im vergangenen Jahr. Wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China hätten sich chinesische Kunden damals mit Chips eingedeckt, um sich für mögliche Lieferbeschränkungen zu wappnen. «Damals glaubte man, dass sie weit über Bedarf bestellt haben. Aber die Erwartung war, dass sie das im Laufe des vierten Quartals 2018 und des ersten Quartals 2019 verbrauchen», sagte Swan. Das habe sich als Fehleinschätzung erwiesen. «Es wird ein weiteres Quartal dauern.»

Ohnehin kämpfen Chipfirmen seit Längerem mit einem Überangebot und dementsprechend hohen Lagerbeständen sowie dem abflauenden Smartphonemarkt. Intel hat sich in den vergangenen Jahren neben PC-Chips immer stärker auf das Geschäft mit Rechenzentren konzentriert und davon profitiert. Die erwartete Belebung dieses Marktes scheine nicht einzutreten, sagte Branchenexperte Patrick Moorhead von Moor Insights & Strategy.

Für das Gesamtjahr peilt Swan nun einen Umsatz von 69 Mrd. $ an, nachdem er im Januar noch 71,5 Mrd. $ in Aussicht gestellt hatte. Für das zweite Quartal prognostizierte der Intel-Chef einen Umsatz von 15,6 Mrd. $. Branchenexperten hatten dagegen mit 16,85 Mrd. $ gerechnet. Der von Intel veranschlagte Quartalsgewinn je Aktie von 0,89 $ liegt ebenfalls unter den bisherigen Analystenerwartungen von 1,01 $.

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