Blogs / Momentum

Hot Corner: Investition in die digitale Zukunft

Der US-Zahlungsabwickler Vantiv ist dank einer Übernahme gut gerüstet, um es mit der Konkurrenz aufzunehmen und vom Siegeszug des E-Commerce zu profitieren.

Claudia Lanz-Carl

Wie wir künftig bezahlen, ist stark im Wandel. Welche Rolle Bargeld in fünf oder zehn Jahren für den Einzelnen noch spielt, wie oft das Smartphone als digitales Portemonnaie genutzt wird, und wie dominant die grossen IT-Konzerne bei Bezahllösungen sein werden, ist offen. Fest steht jedoch: Eine kritische Unternehmensgrösse, eine globale Reichweite und Zugang zum dynamischen E-Commerce-Geschäft sind für Zahlungsabwickler essenziell. Das alles trifft auf Vantiv (NYSE: VNTV, Schlusskurs am Donnerstag 70.34 $, Börsenwert 12,5 Mrd. $) zu.

Der im August besiegelte Zusammenschluss mit Worldpay legt dafür einen Grundstein. Für den britischen Branchennachbarn legt Vantiv (WP 131.41 -1.05%) umgerechnet gut 12 Mrd. $ auf den Tisch, bar und in Aktien. Pro forma kam das fusionierte Unternehmen, das Worldpay heissen soll, im Vorjahr auf 3,2 Mrd. $ Umsatz und wickelte 40 Mrd. Zahlungen in 146 Ländern und 126 Währungen ab. Das Volumen der Zahlungen machte 1,5 Bio. $ aus.

Gutes Gespür

Die Analysten von Berenberg, die die Titel neu abdecken, vergeben eine Kaufempfehlung. Vantiv habe in den vergangenen elf Jahren Erfolg beim Aufspüren und der Integration von Unternehmen im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen gehabt, schreibt die Bank in einer Studie. Die aus der Akquisition in Aussicht gestellten Kostensynergien von 200 Mio. $ seien eher konservativ geschätzt.

Im E-Commerce sei das Unternehmen künftig stärker vertreten, ebenso vergrössere sich die Reichweite in aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien, so Berenberg weiter. Dank Worldpay steige auch die Bandbreite an alternativen Zahlungsmethoden. Insgesamt ist Vantiv somit künftig besser aufgestellt, der Konkurrenz die Stirn zu bieten. Dazu zählen der deutsche Zahlungsabwickler Wirecard (WDI 147.15 5.52%), aber auch grosse Namen aus den USA, wie Apple (AAPL 202.59 -1.49%), Amazon (AMZN 1964.52 -0.68%) und Google (GOOGL 1131.55 -1.37%).

Positive Aussichten

Finanziell läuft es derzeit gut für die 1971 gegründete Vantiv. Im dritten Quartal stieg der Umsatz 13% auf 554 Mio. $, der Gewinn legte 39% auf 0.57 $ pro Aktie zu (bereinigt +27%). Das dürfte auch so bleiben: Analysten gehen gemäss Bloomberg-Daten bis 2020 pro Jahr und im Durchschnitt von 4% Umsatzplus und 30% Gewinnwachstum aus.

Von insgesamt neunundzwanzig Analysten sprechen sich zwanzig für einen Kauf der Titel aus, der Rest ist neutral gestimmt – keiner empfiehlt, die Papiere zu verkaufen. Gemessen am Zielkurs auf Sicht von zwölf Monaten haben die Titel ein Kurspotenzial von 11,4%. Dividenden zahlt Vantiv allerdings nicht.

 

Leser-Kommentare