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JPMorgan verdient mehr, Citi weniger

JPMorgan profitiert vom Aktien- und Anleihenhandel. Bei Citi sinkt der Gewinn, aber die Zuversicht steigt. Wells Fargo steigert den Gewinn dank weniger Risikovorsorge.

(Reuters) Dank des Börsenbooms und der Aussicht auf ein Anziehen der US-Konjunktur nach der Corona-Pandemie sprudeln bei den grossen amerikanischen Banken die Gewinne. Das grösste US-Geldhaus JPMorgan verdiente im Schlussquartal 2020 mit 12,1 Mrd. $ so viel wie noch nie. Wie die Rivalen Citigroup (C 65.88 -2.27%) und Wells Fargo übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wegen der Aussicht auf eine Belebung der Konjunktur rechnen die Institute mit weniger Kreditausfällen. Bis zum Sommer werde die Wirtschaft wieder «sehr gesund» sein, sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon am Freitag.

Der Gewinn von JPMorgan sprang im vierten Quartal um mehr als 40% in die Höhe. Die Erträge legten konzernweit um drei Prozent auf 30,2 Mrd. $ zu. Besonders das Kapitalmarktgeschäft stach hervor, dort fielen die Einnahmen um fast ein Fünftel besser aus als im Vorjahresquartal. Der Handel mit Aktien, Anleihen und Rohstoffen brummte, weil Kunden in Folge der Corona-Krise deutlich aktiver am Markt waren und mehr Beratungsbedarf hatten. Dagegen gingen die Erträge im Geschäft mit Privatkunden – nach wie vor die grösste Sparte für JPMorgan – um acht Prozent zurück. In Folge der Corona-Krise hatte die US-Notenbank Fed die Zinsen gesenkt.

Um die schlimmsten Folgen der Pandemie abzufedern, will die Regierung in Washington 1,9 Bio. $ in die Wirtschaft pumpen. Vor allem US-Bürger, die in den vergangenen Monaten ihre Jobs verloren haben, dürften davon profitieren. JP Morgan erwartet daher weniger Kreditausfälle bei Unternehmen. Bereits im vierten Quartal löste die Bank knapp drei Milliarden Dollar an bereits gebildeter Risikovorsorge wieder auf. Ende des Jahres standen so noch Risikoposten von 30,8 Mrd. $ in den Büchern. «Damit sehen wir uns in der Lage, der kurzfristig weiteren wirtschaftlichen Unsicherheit zu begegnen», sagte Dimon.

Auch die Citi und Wells Fargo lösten einen Teil ihrer Risikovorsorge wieder auf. Die sechs grössten US-Banken legten in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt 65 Mrd. $ für drohende Kreditausfälle zur Seite, rund die Hälfte davon alleine im zweiten Quartal. Mehrere Institute hatten damals aber schon signalisiert, dass damit auch der Höhepunkt erreicht sei.

Wells Fargo verdiente im vierten Quartal dank gesunkener Risikokosten mit 2,99 Mrd. $ vier Prozent mehr. Bei der Citi fiel der Gewinn dagegen um sieben Prozent auf 4,63 Mrd. $. Beide schlugen sich damit besser als von Analysten erwartet. In der kommenden Woche legen Goldman Sachs (GS 319.48 -2.53%), Bank of America (BAC 34.71 -3.4%) und Morgan Stanley (MS 76.87 -1.99%) ihre Ergebnisse des vergangenen Quartals vor.

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