Unternehmen / Finanz

Iqbal Khan: «Wir müssen näher zum Kunden»

Der Chef der Vermögensverwaltung von UBS spricht am FuW-Forum über die Zukunft der Branche.

Gut vier Monate ist Iqbal Khan nun Chef des Global Wealth Management (GWM), der Paradedisziplin der Grossbank UBS. An seinem ersten öffentlichen Auftritt am «Finanz und Wirtschaft» Forum Vision Bank am Mittwoch sprach der Dreiundvierzigjährige über die Zukunft des Geschäfts.

Die eigenen Ziele senkte UBS aber jüngst zunächst bei Präsentation des Jahresergebnisses. Das Gewinnziel im GWM von 10 bis 15% Wachstum blieb wenigstens unverändert. «Wo bleibt da der Khan-Effekt?», fragte FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

Ziele «absolut erreichbar»

Die Ziele für GWM seien nach wie vor ambitioniert, sagte Khan, aber auch «absolut erreichbar». Bei seiner früheren Arbeitgeberin Credit Suisse schaffte er es, das Ergebnis der Vermögensverwaltung in den vergangenen Jahren markant zu steigern. So verordnete Khan nun Anfang Jahr zusammen mit seinem Co-Chef Tom Naratil der UBS-Vermögensverwaltung zunächst eine Reorganisation. Das Ziel sei, näher am Kunden zu sein und besser auf dessen Bedürfnisse eingehen zu können.

Die Vermögensverwaltung wird in der Zukunft ein «Peoples Business» bleiben. «Es geht primär um Menschen», sagte Khan. Aus tausenden Meetings wisse er, die Kunden wollen von ihrem Vermögensverwalter «transparente, professionelle Beratung, laufende Navigation in sich veränderten Märkten und Investitionsideen».

«Kein Automatismus»

Entscheidend wird dabei in Zukunft sein, auch auf die Bedürfnisse der nächsten Generationen einzugehen. 40 Bio. Fr. werden in Zukunft vererbt. «Es ist kein Automatismus, dass die nächste Generation den Vermögensverwalter der vorhergehenden behält», sagt Khan. Die Erben haben oft ein etwas anderes Wertesystem, sind besser informiert und wollen einen transparenteren, besseren Zugang zu ihrer Bank.

Nachhaltigkeit ist dabei zu einem dominanten Thema geworden. 80% der UBS-Kunden interessieren sich laut Khan dafür, 45% sind gar bereits in diesen Bereich investiert. «Das ist kein Marketingthema mehr.» Den Kunden müsse man hier neue Investitionslösungen anbieten.

Neue Ideen sind vor allem auch im anhaltenden Tief- und Negativzinsumfeld gefragt. Private Equity ist dabei bisher die am schnellsten wachsende Vermögensklasse. Alternative Investments allgemein werden in Zukunft zulegen, so Khan. «Das ist eine riesige Chance für Vermögensverwalter.» Eine Bank könne hier ihre klassische Funktion des Intermediärs ausfüllen und die Leute mit den Kunden direkt zusammenbringen.

«Fintechs besser nutzen»

Auch die Finanzierung, also den Kunden verstärkt Liquidität zur Verfügung stellen zu können, wird für die Vermögensverwalter immer wichtiger. Eine Grossbank mit grosser Bilanz kann da anders agieren als eine kleine Privatbank. Dadurch würde man den Kunden laut Khan auch besser kennenlernen und ihn noch enger an sich binden.

Zudem müssen die Banken laut Khan verstärkter auf Technologie setzen. «Wir müssen die Fintech-Branche besser nutzen.» Es gibt erfolgreiche Anbieter, die einen gewissen Teil der Wertschöpfungskette der Banken digitalisiert und ein neues Kundenerlebnis geschaffen haben. «Mit diesen müssen wir besser zusammenarbeiten.»