Meinungen

Irrational

Aktien wie Tesla und Apple werden durch einen Split nicht billiger. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Bei mir funktioniert der Trick mit dem Split nicht.»

Nur weil ein Unternehmen einen Aktiensplit macht, ist das noch lange kein Grund, die Titel zu kaufen. In den vergangenen Wochen standen Apple (AAPL 107.3 -2.76%) und Tesla (TSLA 436.46 3.08%) in den Schlagzeilen. Ihre Valoren waren nach einem Split ohne fundamentale News nochmals richtig durchgestartet. Das Schlagwort «Stock Split ­Fever» machte die Runde, und so manch ein Kleinanleger hatte das Gefühl, dass er jetzt gerade etwas ganz Grosses verpasst.

Eines sei hier ein für alle Mal klargestellt: Aktien werden durch einen Split nicht billiger. Der Nennwert wird reduziert, und im Fall von Tesla hat der Anleger dann statt einer Aktie plötzlich fünf (Lesen Sie hier mehr.»). Seine Beteiligung an Tesla in Prozent ausgedrückt bleibt insgesamt aber genau gleich hoch. Wer nach dem Split kauft, zahlt weniger, kriegt dafür aber auch weniger.

Ein Aktiensplit wirkt, wenn überhaupt, rein psychologisch. Kurzfristig kann das durchaus mal zu Kursgewinnen führen. Doch langfristig gleicht der Markt solche Anomalien aus. Auch bei Tesla spürt man das schon. Der Kurs ist in den letzten Tagen von über 500 auf 400 $ gefallen. Die Abwärtsbewegung hatte bereits eingesetzt, bevor der Nasdaq zum Wochenschluss ins Schleudern geriet (Lesen Sie hier mehr.»).

Dennoch ist die Ankündigung eines Splits ein guter Zeitpunkt, sich die Aktien genauer anzuschauen. Ein Split folgt oft auf eine Phase stark steigender Kurse eines Unternehmens in Topform. Der Anleger sollte das Geschäftsmodell und die Bewertung der Valoren auf Herz und Nieren prüfen. Wenn beides weiterhin für eine Investition spricht, sollte er sich durch einen Split nicht davon abhalten lassen, die Titel zu kaufen. Im Fall von Tesla geht diese Rechnung für mich aber nicht auf. Bei mir funktioniert der Trick mit dem Split nicht.