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Spekulative Blasen bestehen aus drei Komponenten. Eine ist die Bewertung. Allein wegen hoher Bewertungen ist jedoch kein Bullenmarkt je in der Geschichte in einen Bärenmarkt übergegangen. Eine weitere Komponente ist der Rohstoff der Börse, Geld.

Wie Charles Kindleberger in seinem Standardwerk «Manias, Panics and Crashes» zeigt, lag am Anfang einer grossen Baisse jeweils eine hohe mit Wertpapieren besicherte Verschuldung vor.

Bewertung und Verschuldung hatten zu Beginn einer jeden Baisse ein unterschiedliches Niveau. Hingegen wurde jeder Übergang von einer spekulativen Blase in eine Baisse von psychologischen Faktoren angetrieben, die sich immer in der gleichen Weise manifestierten.

Die dritte Komponente spielt sich auf Ebene der Öffentlichkeit ab: durch Intensivierung der Kommunikation, herbeigesuchte Argumente, warum «dieses Mal» die exzessive Bewertung bei «richtigem» Verständnis der modernen Welt gar nicht übertrieben sei, und eine Abwesenheit kritischer Stellungnahmen, die es jeweils gab, die aber nicht den Weg in die Medien fanden, weil sie unglaubwürdig erschienen.

Worauf es ankommt

Ferner die immer gleichen markttechnischen Signale: akzelerierende Trends, Ausbleiben periodischer Konsolidierungen, Blasen in den 20-Monate-Bollinger-Bändern, abnehmende Marktbreite wegen der überaus starken Favorisierung von einem bis drei Sektoren, in denen im Unterschied zum Gesamtmarkt die Marktbreite enorm hoch war. Das zeigte, dass jegliche qualitative Differenzierung auf der Strecke blieb.

In den letzten zwölf Monaten ist der MSCI Information Technology um 23% gestiegen, der S&P Global Information Technology mit Schwergewicht US-Tech-Aktien 44%. Das ist doppelt so viel wie die sechs nächststarken Sektoren Materials, Financials, Industrials, Healthcare, Utilities und Consumer Discretionary.

Die Bewertung und die aus New York gemeldete Verschuldung sind hoch. Die Stimmung im Sektor wird allein in den USA gemacht. Auf den US-Teil des Sektors konzentriere ich mich folglich. Darauf treffen vier von meinen sechs Kriterien zur Erkennung einer spekulativen Blase zu.

Zuwarten und beobachten

Das Wesentliche kommt aber jetzt: Von vier Kriterien, die das Platzen der Blase demonstrieren, ist keines erfüllt. Daher sollte man ausser beobachten jetzt nichts tun. Spekulative Blasen können sehr lange bestehen, bevor sie platzen – und enormen Gewinn einbringen.

Ältere Semester werden sich an die Blase in Japan erinnern, die sich nach meinen Kriterien von Mai 1985 bis Dezember 1989 entfaltete und dem Nikkei einen Anstieg von 203% eintrug. Jüngere Jahrgänge werden diejenige des Nasdaq in Erinnerung haben. Sie begann im April 1998 und löste bis März 2000 Kursgewinne von 285% aus.

Technische Analyse zeigt recht früh, wenn spekulative Blasen platzen. Diejenige von Japan wurde in der Kolumne vom 31. Januar 1990 4,4% unter der Kursspitze beim Namen genannt, die des Nasdaq am 2. Februar 2000 29% unter der Spitze.

Diese zwei Beispiele stehen für einen beständigen Befund: Man steigt jeweils unter der Höchstmarke aus spekulativen Blasen aus, aber weit über dem Niveau, ab dem fundamentale und monetäre Daten beginnen, vor ihnen zu warnen. Ich erkenne noch keine Anzeichen für ein bevorstehendes Platzen der Blase in Information Technology.