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Italien flirtet mit einer Fünf-Sterne-Rezession

Die verunsicherten Verbraucher und Unternehmen in Italien geben weniger Geld aus, was die Wachstumsaussichten verdüstert. Bald könnten steigende Zinsen die Konjunktur zusätzlich belasten. Der Aussenhandel stützt noch.

Die italienische Wirtschaft ist im dritten Quartal erstmals seit der Rezession von 2011 bis 2014 wieder geschrumpft, wenn auch nur wenig, um 0,1%. Zwar dürften Sondereffekte das Wachstum gebremst haben, Volkswirte warnen gleichwohl, dass die politische Unsicherheit – ausgelöst durch die Budgetpläne der Regierung – direkt in eine milde Wirtschaftskrise führen könne. Etwa, wenn Privathaushalte und Unternehmen sich beim Geldausgeben zurückhalten. Schlimmer könnte es werden, wenn das steigende Zinsniveau auf den Privatsektor durchschlägt.

Eine schrumpfende Wirtschaftsleistung verschärft das Schuldenproblem des italienischen Staates, der mit mehr als 130% des Bruttoinlandprodukts (BIP) die zweithöchste Schuldenquote im Euroraum ausweist. Dabei wächst die Gefahr, dass Anleger aus Sorge um die Staatsfinanzen eine noch höhere Verzinsung für Staatsanleihen verlangen, was wiederum in einem Teufelskreislauf die Schuldenlast des Staates erhöht. Die seit dem Frühjahr amtierende Regierung in Rom hatte entgegen früheren Absprachen ein Budgetdefizit von 2,4% des BIP für nächstes Jahr geplant, zuletzt aber gegenüber Brüssel signalisiert, sie könne noch einlenken.

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