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Italien in Bildern

Fünf Charts geben einen Überblick über die Lage der italienischen Wirtschaft.

Tina Haldner

Einige Tage vor den Parlamentswahlen in Italien rückt das Land in den Fokus der Aufmerksamkeit. Wie es um die italienische Wirtschaft steht, zeigt Morgan Stanley anhand von umfangreichem Chartmaterial. Eine Auswahl finden Sie hier.

Die Wachstumsaussichten für Italien bleiben für 2013 bescheiden. Im Durchschnitt erwarten Analysten (gelber Balken) eine Kontraktion von 0,7%. Für die Eurozone sind die Prognosen etwas besser (–0,5%):

Quelle: Morgan Stanley

Zwar hat der italienische Staat in der Vergangenheit regelmässig einen Primärüberschuss erzielt (blaue Balken). Allerdings klammert diese Rechnung eine wichtige Grösse aus: die Bedienung der Schuldzinsen. Berücksichtigt man die Schuldzahlungen (gelbe Balken), sieht das Bild ganz anders aus, und es resultiert ein Defizit. Die hohe Schuldenlast ist tatsächlich eines der grössten Probleme Italiens. Sind die Prognosen von Morgan Stanley zutreffend, wird sich ein wachsender Primärüberschuss bei gleichbleibenden Zinszahlungen positiv auf das Staatsbudget (rote Kurve) auswirken:

Quelle: Morgan Stanley

Die italienischen Haushalte (grüner Anteil) wirtschaften im europäischen Vergleich äusserst sparsam. Auch die Unternehmen (gelber Anteil) haben relativ wenig Schulden:

Quelle: Morgan Stanley

Mit Reformen will der amtierende Ministerpräsident Mario Monti die verrostete italienische Wirtschaft wieder in Gang bringen und für Wachstum sorgen. Die Halbinsel soll für Unternehmer wieder interessanter werden. Mehr Wettbewerb (blauer Anteil), weniger Bürokratie (grün) und ein einfacherer Zugang zum Markt (gelb) sollen Geschäftsleuten das Leben erleichtern. Langfristig sollen diese Massnahmen, die zum Teil schon umgesetzt werden, den Konsum und die Investitionen ankurbeln sowie die Beschäftigung erhöhen:

Quelle: Morgan Stanley

Daneben stehen tiefgreifende strukturelle Reformen auf dem Plan. Die Effekte dürften sich nicht unmittelbar bemerkbar machen, aber über die kommenden Jahre entfalten. Auf dem Zettel steht die Reform des Arbeitsmarktes und des Steuersystems.

Quelle: Morgan Stanley

Die Reformen weiterverfolgen, um Wirtschaftswachstum zu generieren und einen nachhaltigen Haushalt zu finanzieren – das wird die Aufgabe der nächsten italienischen Regierung sein.

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