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Italien mit neuem Benchmark-BTP

Italien mit neuem Benchmark-BTP

Internationale Anleihen Nachdem Frankreich am Montag 7 Mrd. € an Schatzwechseln zu marginal höheren Renditen verkaufte, setzte sich die Aktivität in kurz laufenden Papieren an der Europeripherie fort. Spanien nahm 5,75 Mrd. € auf – 250 Mio. mehr als geplant. Die Renditen der zwölf- und achtzehnmonatigen Letras fielen gegenüber Dezember deutlich, um jeweils über 105 Basispunkte (Bp), auf 1,472 bzw. 1,687%. Die günstige Zinsentwicklung verschafft dem Land etwas Luft, der Refinanzierungsbedarf ist 2013 höher als 2012. Die eineinhalbjährigen Letras wurden zum letzten Mal versteigert, denn seit Januar gelten verbindliche Umschuldungsklauseln bei Zahlungsausfällen (Collective Action Clauses, CAC) für Schuldtitel mit Laufzeiten von über einem Jahr. Alternativ plant Madrid die Ausgabe neunmonatiger Papiere. Griechenland bekam 1,625 Mrd. € über 91 Tage für nur noch 4,07% nach zuletzt 4,11%.

Auch Italien will die Gunst der Stunde bzw. nachhaltig sinkender Refinanzierungskosten nutzen und demnächst eine neue fünfzehnjährige Benchmarkanleihe (BTP) mit Fälligkeit September 2028 begeben. Das Finanzministerium in Rom hat Banca IMI, Barclays, Crédit Agricole, Goldman Sachs und J. P. Morgan mit der Konsortialführung beauftragt. Der neue BTP wird nach Angaben von UniCredit ebenfalls mit verbindlichen CAC versehen sein; das Anlegerinteresse sei rege und liege bei über 6 Mrd. €. Zuletzt hatte Italien einen fünfzehnjährigen Bond im September 2010 zu 4,543% platziert. Deutschland auktioniert am Mittwoch eine neue zehnjährige Bundesanleihe (fällig im Februar 2023). Angestrebt wird ein Volumen von 5 Mrd. € (einschliesslich Marktpflegequote). Die CS erwartet, dass der «technische Aufwärtstrend» die Rendite der neuen Bundesanleihe über das aktuelle Niveau hebt. Am Sekundärmarkt rentierten die zehnjährigen Staatsanleihen Deutschlands, Spaniens und Italiens am Dienstag mit 1,5, 4,98, bzw. 4,16% geringfügig niedriger als am Montag. Das Abebben der Euro-Schuldenkrise spricht nach Ansicht der Commerzbank dafür, dass es mit der deutschen Wirtschaft nach einem schlechten vierten Quartal 2012 langsam wieder bergauf gehen sollte. Die meisten Frühindikatoren zeigten jedenfalls nach oben. KR

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