Märkte / Makro

Italien setzt auf Bonds mit Inländerprämien

Nach der Rekordemission einer fünfjährigen Staatsanleihe soll im Juli die erste Anleihe für Kleinanleger erscheinen, die an das Bruttoinlandprodukt gebunden ist.

Mit einer Innovation will Italiens Regierung das wachsende Loch in der Staatskasse finanzieren. Anfang Juli wird die Tresorerie des Landes eine ganz auf italienische Kleinanleger zugeschnittene Staatsanleihe verkaufen. Sie wird einen höheren Coupon als andere Buoni del Tesoro Poliennali (BTP) aufweisen. Und darüber hinaus den Sparer mit einem Extrazins belohnen, der vom Wirtschaftswachstum abhängt. Damit krempelt Rom auch die internationale Praxis in Sachen Zinsanlagen um.

Staatsanleihen, die an das nominale Bruttoinlandprodukt (BIP) gekoppelt sind, werden in der Wissenschaft seit ­Jahren diskutiert. Ökonomen wie Robert Shiller und Olivier Blanchard halten sie für sinnvoll. Denn die Zinszahlung an den Gläubiger orientiert sich so an der effektiven Zahlungsfähigkeit des Staatsschuldners. Steigt das Wirtschaftswachstum, schütter er auch mehr Ertrag an den Investor aus. Aber bisher haben nur wenige Länder solche Papiere emittiert – und meist solche, die schwache Wachstums­raten aufweisen, wie Griechenland und Portugal. Der Couponaufschlag diente vor allem dazu, Käufer anzulocken. Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.