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Italienische Behörden wollen UBS-Kundendaten

Die italienischen Steuerbehörden haben der Schweiz eine Gruppenanfrage für UBS-Kundendaten gesendet.

(AWP/RI) Die italienischen Steuerbehörden wollen mittels einer Gruppenanfrage an die Daten von italienischen UBS-Kunden gelangen. Ein entsprechendes Amtshilfegesuch haben die Behörden des südlichen Nachbarstaats Anfang Dezember 2018 an die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) gesendet, wie der aktuellen Ausgabe des Bundesblatts zu entnehmen ist.

Die Italiener ersuchen darin um Informationen über namentlich nicht bekannte Personen mit Wohnsitz in Italien: Diese müssen über ein oder mehrere Konten bei der UBS (UBSG 10.35 2.07%) Schweiz verfügt haben und diese bisher nicht versteuert oder offengelegt haben. Die Konten müssen zwischen dem Februar 2015 und Ende Dezember 2016, also vor Einführung des Automatischen Informationsaustauschs (AIA) mit der EU, geführt worden sein.

Es handle sich um die erste Gruppenanfrage aus Italien, erklärte der Tessiner Steueranwalt Giovanni Molo gegenüber Medien des Verlagshauses Tamedia (TAMN 105 -0.76%) vom Mittwoch. Er glaubt, dass die Anfrage für Daten von UBS-Kunden für die Italiener einen «Pilotfall» darstellt. «Ist Italien damit erfolgreich, dürften weitere Anfragen für Kunden anderer Banken eintreffen», wird Molo zitiert.

Ende Juli hatte das Bundesgericht in einem umstrittenen Urteil beschlossen, dass die Schweiz den französischen Steuerbehörden Namen der Inhaber und weitere Infos zu über 40’000 Konten aus den Jahren 2010 bis 2015 bei der UBS liefern darf. Basis des Gesuchs der französischen Behörden waren allerdings Listen mit Kontonummern. Die UBS hatte gegen die Auslieferung Beschwerde eingereicht. Die UBS hatte die Zusicherungen Frankreichs bezweifelt, dass das Land die Informationen nicht auch für andere Zwecke verwenden würde.

Die UBS hat derweil im Italien-Fall gegenüber den Zeitungen gelassen reagiert. «In den vergangenen Jahren hat die UBS, gestützt auf internationale Amtshilfeersuchen in Steuersachen, mehrere Editionsverfügungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung erhalten. Die Bank hat mit Kunden aus europäischen Ländern einen Steuerkonformitätsprozess abgeschlossen und den automatischen Informationsaustausch als neuen internationalen Standard umgesetzt. UBS zählte zu den ersten Banken, die eine Dokumentation der steuerlichen Offenlegung von ihren Kunden eingefordert hat», erklärt UBS gegenüber «Finanz und Wirtschaft».

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