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IWF verlangt Schuldenschnitt für Griechenland

Nur mit einer Schuldenerleichterung könne die Wirtschaft im südeuropäischen Land wieder wachsen, schreibt der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer nicht veröffentlichten Studie.

(Reuters) Griechenland benötigt nach einem IWF-Vertreter zufolge einen umfangreicheren Schuldenschnitt als derzeit von den europäischen Regierungen anvisiert. Nur dann habe die Wirtschaft des Landes eine Chance, sich zu erholen und mit der Zeit auf eigene Beine zu kommen, sagte eine hochrangiger IWF-Vertreter am Dienstag. Die derzeitige Schuldensituation sei «unhaltbar».

Dies geht auch aus einer IWF-Studie hervor, auf die Reuters Zugriff hatte. Demnach müssten die europäischen Staaten Griechenland eine Frist von 30 Jahren für die Begleichung der Schulden, inklusive der neuen Verbindlichkeiten aus dem dritten Hilfspaket, einräumen wie eine deutliche Verschiebung der Zahlungsfristen in die Zukunft. Eine andere Möglichkeit wäre es laut dem IWF, einen «tiefen Schuldenschnitt» bei den bestehenden Krediten in Kauf zu nehmen oder jährliche Überweisungen an den Staatsetat zu tätigen.

Griechenland und die anderen Euro-Länder hatten sich am Montag auf die Umrisse eines weiteren Hilfspakets im Umfang von bis zu 86 Mrd. € geeinigt. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras sagte in einem Fernsehinterview, er glaube nicht an den Deal. Allerdings gebe es keine Alternative als ihn zu akzeptieren, um wirtschaftliches Chaos zu vermeiden.

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