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IWF rät Italien zum Defizitabbau

Der Internationale Währungsfonds ruft Länder mit erheblichen Schwachstellen wie Italien und die Türkei zum Defizit- und Schuldenabbau auf.

(Reuters) Der Internationale Währungsfonds ruft Italien zum Defizit- und Schuldenabbau auf. Generell sollten Länder Massnahmen, die in diese Richtung zeigten, den Vorzug geben, erklärte der IWF in seinem am Donnerstag veröffentlichten Ausblick für Europa. «In Ländern mit erheblichen Schwachstellen wie Italien und der Türkei ist die Dringlichkeit grösser.»

Das Handeln sei in Zeiten von Wirtschaftswachstum einfacher, auch wenn das italienische Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr nach IWF-Prognosen nur um 1,0% und 2020 sogar nur um 0,9% zulegen dürfte. Das sei immer noch doppelt so viel wie das Wachstumspotenzial Italiens, das die EU-Kommission auf rund ein halbes Prozent schätzt. Die Brüsseler Behörde senkte zuvor ihre Wachstumsprognosen für Italien deutlich und rechnet auch mit einem höheren Staatsdefizit.

In der Regierung in Rom stösst das auf Kritik. «Es gibt keinen Grund, die Solidität und Nachhaltigkeit unserer Reformen infrage zu stellen», sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte. «Aus diesem Grund halten wir jedes andere Szenario für die öffentlichen Kassen Italiens für absolut unplausibel.»

Die Staatsverschuldung ist mit mehr 130% des Bruttoinlandsprodukts die zweithöchste in der Eurozone nach Griechenland. Die populistische Regierung in Rom plant für das kommende Jahr mit einer deutlich höheren Neuverschuldung als das die Vorgängerregierung zugesagt hatte. Das Haushaltsdefizit soll dann 2,4% im Verhältnis zum BIP betragen, doch erwartet die Kommission ein Minus von 2,9%.

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