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James Watt: Der schottische Bier-Revoluzzer

James Watt hat vor 14 Jahren die Bierkultmarke Brewdog ­mitgegründet. Nun plant er den Gang an die Börse – und das erste eigene Pub in der Schweiz.

Es war, als hätte ihm jemand den Boden unter den Füssen weggezogen. Die letzten Monate erlebte James Watt (37) wie jeder andere Gastronom. «Ich hatte grosse Angst, dass Brewdog die Pandemie nicht überlebt und wir unseren Mitarbeitern kündigen müssen», sagte der CEO des schottischen Brauereiunternehmens diese Woche dem «Telegraph».
Das sind ungewohnte Worte für einen Geschäftsmann, der jahrelang vom Erfolg verwöhnt wurde.

Als Watt 2007 mit seinem Jugendfreund Martin Dickie unweit der schottischen Ölmetropole Aberdeen eine Mikrobrauerei gründete, stand vor allem der Spass an der Sache im Mittelpunkt. Niemand dachte daran, wie gross das Business werden würde. Es war eine Revolte gegen die britische Bierkultur, die in Langeweile versank. Für die Gründung opferten die beiden ihre gesamten Ersparnisse und nahmen zusätzlich einen Kredit über 20 000 £ auf.

Zürcher Standort gesucht

Aus Spass und Protest wurde plötzlich Ernst: Mit ihren kultigen Bierbezeichnungen wie Punk IPA oder Nanny State (zu deutsch: überfürsorglicher Staat) für die alkoholfreie Version trat Brewdog den Siegeszug rund um den Globus an. Mit ihrem Konzept, das eigene Bier in eigenen Pubs auszuschenken, sind sie inzwischen in rund 100 Städten präsent. Um der Nachfrage Herr zu werden, wurden in den letzten Jahren Brauereien in den USA, Deutschland und Australien hochgezogen. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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