Märkte / Makro

Japan durchlebt, wovor Europa sich fürchtet

Staatsschulden ohne Ende, eine rasch alternde Gesellschaft und ein zu tiefes Wirtschaftswachstum fordern Regierung und Notenbank wirtschaftspolitisch heraus.

Am Montag wurde Japan durch eine günstige Konjunkturnachricht geweckt. Das Bruttoinlandprodukt ist im ersten Quartal nicht wie befürchtet geschrumpft, sondern legte beachtliche 0,5% gegenüber dem Vorquartal zu. Annualisiert entspricht das 2,1% Wirtschaftswachstum, und das in einem Land, dessen Potenzialpfad deutlich unter 1% verläuft.

Leider genügt ein zweiter Blick, um zu erkennen, dass es sich um eine statistische Kapriole handelt. Das BIP liegt nur deshalb höher, weil Japan viel weniger importierte. Da die Einfuhren bei der Kalkulation des BIP von der Summe der Wertschöpfung abgezogen werden, bedeutet ein Importrückgang, dass die Wertschöpfung höher ausfällt. Das passierte im ersten Quartal: Sie sackten um 1,2% ab. Da die Exporte gleichzeitig nur halb so stark fielen, resultierte gar ein positiver Wachstumsbeitrag der Nettoexporte.

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