Märkte / Makro

Japan setzt «grösste Finanzspritze der Welt»

Die schon hochverschuldete Regierung will über 2000 Mrd. Fr. an Gesamthilfen bereitstellen. Die Erholung wird trotzdem Zeit brauchen.

Martin Fritz, Tokio

Verglichen zur Schweiz hatte Japan trotz fünfzehnfacher Bevölkerung nur rund halb so viele Corona-Tote (900) und Infizierte (17’000) zu verkraften. Die Ausgangsbeschränkungen dauerten kürzer und waren weicher als in der Schweiz.

Daher erwarteten viele Analysten, dass die Rezession in Japan weniger scharf ausfällt. Trotzdem haben sich die Japaner gemäss Google-Daten Mitte Mai rund 40% weniger für Einkaufs- und Erholungszwecke bewegt.

Jüngste Konjunkturdaten haben denn auch die Erwartungen der Optimisten widerlegt. Im April sackte die Industrie­produktion um 9,1% zum Vormonat ab, erwartet wurden –5,7%. Die Autoproduktion fiel um 32%. Die Erholung droht überraschend schwach auszufallen: Für Mai zeichnet sich gemäss einer Umfrage ein weiterer Rückgang um 4,1% ab. Erst im Juni soll ein Anstieg kommen, aber nur um magere 3,9%. In diesem Fall wäre die Produktion zwischen April und Juni um 13% zum Vorquartal geschrumpft.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.

Leser-Kommentare