Märkte / Makro

Japan wagt sich an monetäre und fiskalische Experimente

Shinzo Abe strebt Verpolitisierung der Bank of Japan an. Die Wirtschaft könnte über zusätzliche Konjunkturpakete statt über Reformen angekurbelt werden – die Rezepte sind aber riskant.

Martin Fritz, Tokio

In Japan braut sich ein Sturm in der Geld- und Fiskalpolitik zusammen. Shinzo Abe, Vorsitzender der Liberaldemokraten (LDP), will die Bank of Japan (BoJ) nach seinem absehbaren Sieg bei der Parlamentswahl am kommenden Sonntag zu einer aggressiveren Geldpolitik verpflichten. Abe verlangt eine Verdoppelung des Inflationsziels auf 2% und den Kauf ausländischer Anleihen über einen Fonds aus staatlichen und privaten Mitteln.

Die Investoren am Finanzmarkt spekulieren auf zwei Entwicklungen: Erstens dürfte eine Regierung Abe versuchen, die drei obersten Währungshüter zu ihrem regulären Amtswechsel im Frühjahr durch geldpolitische Tauben zu ersetzen, damit die Notenbank auf Regierungslinie einschwenkt. Zweitens will die LDP die Staatsausgaben kräftig ankurbeln, um die Nachfragelücke von etwa 2% des BIP zu schliessen. Ziele sind die Überwindung der Deflation und die Schwächung des Yens. Dabei stiegen die Gewinne der Exportfirmen, die dann mehr investieren würden.

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