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Japanische Exporte steigen dank solider Nachfrage

Die Exportwirtschaft in Japan verbessert sich im vergangenen Monat dank anhaltender Nachfrage nach Autos in China und den USA.

(Reuters) Angetrieben von starker Nachfrage aus China und den USA kommt Japans Exportmotor in der abklingenden Pandemiekrise auf Touren. Im Juni legten die Ausfuhren um 48,6% gegenüber dem Vorjahresmonat zu, in dem die Exporte Corona-bedingt heftig eingebrochen waren. Damit fiel der Anstieg im Juni höher aus als von Experten erwartet, die 46,2% auf dem Zettel hatten. Es war bereits der vierte Monat in Folge mit Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Finanzministeriums hervorgeht, stieg die Nachfrage aus den USA um 85,5% – vor allem Autos und Fahrzeugteile «Made in Japan» waren bei US-Kunden gefragt.

Die Ausfuhren nach Deutschland legten um 51,3% zu, die zum wichtigsten Handelspartner China stiegen um 27,7%. Dabei wurden vor allem Anlagen für die Produktion von Halbleitern sowie Rohstoffe und Kunststoff geordert. Chefökonom Takeshi Minami vom Forschungsinstitut Norinchukin geht davon aus, dass die Ausfuhrwirtschaft weiter einen Lauf haben wird – auch weil Auto-Exporte florierten und die Nachfrage nach japanischen Investitionsgütern anhalte.

Die Importe nach Japan zogen im Juni um 32,7% an, erwartet worden waren 29%. Die nach den USA und China drittgrösste Volkswirtschaft der Welt war zu Jahresbeginn um 1,0% geschrumpft. Für das zweite Quartal erwarten Ökonomen auch angesichts der nun wieder rund laufenden Exportwirtschaft ein kleines Plus beim Bruttoinlandsprodukt, so dass eine Rezession vermieden werden dürfte.

Der Fernost-Staat hat die Pandemiekrise aber noch längst nicht hinter sich gelassen – auch weil Verbraucher sich noch mit Ausgaben zurückhalten. Jüngst verlängerte Ministerpräsident Yoshihide Suga den Corona-Notstand für die Hauptstadt-Region bis zum 22. August – und damit über den gesamten Zeitraum der Olympischen Spiele hinaus. Zwar ist Japan im Vergleich zu anderen Ländern von dramatischen Ausbrüchen verschont geblieben. Die Immunisierungskampagne verläuft aber eher schleppend. Die eher mauen wirtschaftlichen Perspektiven werden sich laut der Notenbank mit dem Impffortschritten zwar aufhellen, doch die mit der Corona-Krise verbundene Unsicherheit bleibe noch gross.

Für das Gesamtjahr stehen die Chancen auf ein deutliches Wachstum dennoch nicht schlecht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) traut Japan 2021 ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 3,3% zu.

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