Märkte / Makro

Japans Aufschwung verzögert sich

Die japanische Wirtschaft zahlt einen hohen Preis dafür, dass sich die Regierung auf ihren Anfangserfolgen gegen Covid-19 ausruhte.

Martin Fritz, Tokio

Vor einem Jahr liess sich Nippon vom Westen als Vorreiter bei der Bekämpfung der Pandemie feiern: Dank Erfahrungen mit früheren Coronaviren vermutete die Regierung frühzeitig, dass Covid-19 durch Aerosole übertragen wird, und konzentrierte sich auf das strikte Maskentragen sowie Kontaktbeschränkungen in engen Räumen. Dadurch gab es nur wenige Infizierte, Kranke und Tote. Aber nach dem Ende der ersten Welle stimulierte die staatliche Führung die Wirtschaft, etwa mit grosszügigen Beihilfen für Restaurantbesuche und Inlandreisen, statt sich auf die nächsten Infektionswellen vorzubereiten.

Insbesondere unterschätzte die Regierung Massenimpfungen als Voraussetzung für einen nachhaltigen Aufschwung. Vakzine wurden relativ spät bestellt und nur nach zeitaufwändigen klinischen Tests in Japan zugelassen – das grüne Licht für das BioNTech-Mittel wurde erst im Februar gegeben, am heutigen Donnerstag kommt es für die Vakzine von AstraZeneca und Moderna. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?