Märkte / Makro

Japans Reflationierung droht zu scheitern

Regierungschef Shinzo Abe widmet seine Energie lieber einer nationalistischen Sicherheitspolitik als dem Abräumen von Wachstumshindernissen.

Martin Fritz, Tokio

Erleben wir gerade das Scheitern von Abenomics? Die positiven Wirkungen der expansiven Geld- und Fiskalpolitik lassen nach, negative Seiten kommen ans Licht. Nach anderthalb Jahren Aufschwung ist Japans Wirtschaft im vergangenen Quartal 1,8% geschrumpft. Auf das Jahr hochgerechnet – wie es in Japan und den USA Standard ist – ergibt sich eine Kontraktion von 7,1%.

Die Deflation scheint gebannt, doch die Preise steigen schneller als die realen Einkommen: Infolge höherer Boni wuchsen die Einkommen im Juli mit 2,6% so kräftig wie zuletzt 1997, aber die Inflation von 3,4% war noch höher. Die Haushalte drosselten daher im Juli ihre Ausgaben 5,9%, und die Firmen verringerten ihre Kapitalausgaben im zweiten Quartal um 5,1%. Trotz massiver fiskalischer und monetärer Geldspritzen geht es der Mehrheit der Japaner nicht besser als vor Abenomics, wie die Wirtschaftspolitik des seit Ende 2012 amtierenden Premiers Shinzo Abe genannt wird. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?