Märkte / Makro

Japans Wirtschaft schrumpft auch im Q4

Japans Bruttoinlandprodukt ist im vierten Quartal 2012 im Vergleich zur Vorquartalsperiode unerwartet leicht zurückgegangen. Hoffnung setzt die Regierung nun in ihr Stimulierungsprogramm.

(Reuters) Das Bruttoinlandprodukt von Japan ist im vierten Quartal 2012 überraschend um 0,1 % zurückgegangen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Das ist der dritte Rückgang in Folge. Von Reuters befragte Experten hatten Japan zum Jahresende ein leichtes Wachstum von 0,1 % zugetraut. Wirtschaftsminister Akira Amari geht allerdings davon aus, dass sich dank Konjunkturprogrammen und der schneller rotierenden Notenpresse eine baldige Erholung einstellen wird. Angesichts der jüngsten Talfahrt des Yens – knapp 20% gegenüber dem Dollar seit November – und der damit verbundenen verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure sieht auch die Notenbank Licht am Ende des Tunnels: «Die japanische Wirtschaft hat offenbar die Talsohle erreicht.»

Die Währungshüter beschlossen zudem, den Leitzins zwischen 0 und 0,1 % zu belassen und ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren nicht auszudehnen.

Exportindustrie bereits im Aufwind

Immer mehr japanische Firmen profitieren unterdessen von der Yenabwertung. So wies der Getränkehersteller Asahi Rekorde bei Umsatz und Gewinn aus, was die Aktionäre am Donnerstag entzückte. Zuletzt hatten schon die Schwergewichte Sony (SNE 66.79 0.06%) und Toyota geglänzt. Der Elektronikkonzern kämpfte sich dank des schwächeren Yens zurück in die Gewinnzone. Der gerade an die Weltspitze zurückgekehrte Autohersteller hob sein Gewinnziel an, weil der Absatz brummt. Beide Konzerne machen den Grossteil ihres Geschäfts im Ausland.

Einer der Nutzniesser scheint auch US-Starinvestor George Soros zu sein. Einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge hat er mit seinen Fonds auf eine Abschwächung des Yens gewettet und damit Erfolg gehabt. Er habe rund 1 Mrd. $ verdient, hiess es in dem Blatt unter Berufung auf Personen, die mit den Soros-Investments vertraut sind. Soros hatte in den Neunzigerjahren erfolgreich gegen das britische Pfund spekuliert und war damit reich geworden.