Unternehmen / Ausland

Jean Liu: Chefin der «chinesischen Uber»

Als Präsidentin des chinesischen Fahrdienstvermittlers Didi muss Liu den Konzern durch öffentliche Kritik navigieren – und vielleicht bald auch einen Börsengang.

Dieser Gang dürfte Jean Qing Liu nicht leichtgefallen sein. Am 26. März reiste die erfolgsverwöhnte Präsidentin des chinesischen Fahrdienstvermittlers Didi Chuxing von Peking in die tiefste Provinz, um dort der Familie eines von einem Passagier ermordeten Didi-Fahrers ihr Beileid zu übermitteln. Der tragische Zwischenfall zeigt, dass das Modell der Shared Economy gerade auch im für neue Technologien weit offenen China nicht nur Vorteile mit sich bringt. Dass Liu diese Einsicht auch öffentlich kundtut, ist nicht selbstverständlich. Als beispielsweise 2018 eine Frau von einem durch Didi vermittelten Fahrer ermordet wurde, spielte das Unternehmen die weitreichenden Folgen des landesweit aufsehenerregenden Verbrechens lange herunter. Erst unter dem Druck der öffentlichen Meinung rang es sich zu einer Entschuldigung – und damit auch dem Zugeständnis einer Teilverantwortung – durch.

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