Märkte / Aktien

«Jetzt Firmen ohne Kapitalpolster meiden»

Matthias Geissbühler, CIO von Raiffeisen Schweiz, rät von Bankaktien ab und setzt lieber auf Unternehmen mit guter Bilanz – auch auf Zykliker wie OC Oerlikon.

Herr Geissbühler, die Aktienmärkte spielen verrückt. Kann man diese Volatilität noch durch Unsicherheit um das Virus erklären?
Es gibt verstärkende Faktoren. So spielt das automatische Trading über Algorithmen eine wichtige Rolle – werden bestimmte Limits erreicht, werden so Positionen liquidiert. Zudem sind Investoren gezwungen zu liquidieren, wenn Margin Calls gegeben werden. Darüber hinaus ist in vielen Segmenten die Liquidität versiegt, und es gibt kaum noch Käufer. Besonders deutlich ist dies im Bereich der Hochzinsanleihen sichtbar.

Was raten Sie im jetzigen Umfeld?
Angesichts der hohen Schwankungen ist jetzt der falsche Zeitpunkt, sich zu stark zu exponieren. Man muss Ruhe bewahren und sich vor Aktionismus hüten. Die Kurse könnten kurzfristig noch weiter sinken. Aber langsam kommt der Zeitpunkt, ein Rebalancing durchzuführen – also die Aktienquote im Portfolio nach den gefallenen Kursen auf das ursprüngliche Niveau hochzufahren. Der Einstieg sollte jedoch schrittweise vollzogen werden, und un­sere Aktienquote bleibt insgesamt neutral.

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