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Jetzt ist UBS am Zug

Nach Abschluss der Restrukturierung der Credit Suisse muss jetzt UBS nachlegen. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Ruedi Keller.

«Die aufkommende Diskussion über die Nachfolge von CEO ­Ermotti macht Hoffnung, dass auch UBS ihre Strategie bald weiterentwickeln wird.»

Milliardenverluste bei Credit Suisse (CSGN 11.5 1.55%), Milliardengewinne bei UBS (UBSG 11.425 1.2%). So präsentierte sich das Bild seit 2015, dem Amtsantritt von Tidjane Thiam im Hause Credit Suisse. Grund war die dreijährige Restrukturierung, die Thiam Credit Suisse auferlegt hat. Sie war schlicht notwendig.

Seit Sergio Ermotti als CEO bei UBS 2012 voll auf die Vermögensverwaltung gesetzt hat, waren ihre Aktien der unangefochtene Favorit unter den Schweizer Grossbanktiteln. Credit Suisse hatte sich im Investment Banking verrannt und war notorisch kapitalklamm. Thiams Umbau hat neuen Schwung in die Aktien gebracht, zumindest zeitweise.

Mit Abschluss der Restrukturierung und der Ausrichtung auf die Vermögensverwaltung steht Credit Suisse heute solide da. Doch die Massnahmen zur Selbsthilfe sind weitgehend erschöpft – ohne dass eine nachhaltige Höherbewertung eingetreten wäre. Noch ernüchternder: Jetzt hängt die Gewinnentwicklung der Credit Suisse weitestgehend von den Launen der Märkte ab. Diese Perspektive kennt UBS schon länger, mit der Folge eines markanten Kursdrucks.

UBS brauchen jetzt einen deutlichen Impuls: Die aufkommende Diskussion über die Nachfolge von CEO Ermotti macht Hoffnung, dass auch UBS ihre Strategie unter neuer Führung weiterentwickeln wird, aufbauend auf einem soliden Fundament.

UBS steht global an der Spitze der Vermögensverwaltungsbanken. Doch sie muss das Wachstum ihrer Paradedisziplin beschleunigen, um sich diese Position auch künftig zu sichern. Vermögensverwaltung ist die einzige Nische, in der die Schweizer Grossbank international mithalten bzw. sogar vorangehen kann. Ihre Strategie wird sich noch stärker auf dieses Feld konzentrieren müssen.

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